Tierschutztipps zur Weihnachtszeit
von Redaktion LTschV-BW

Tierschutztipps zur Weihnachtszeit

Tiere sind keine Spontangeschenke - sie verlangen Zeit und Aufmerksamkeit, ihr ganzes Leben lang.

Der Landestierschutzverband rät besonders jetzt davon ab, sich unüberlegt Tiere zuzulegen. Lebende Tiere sind als Corona-Lückenbüßer oder Geschenkidee zur Weihnachtszeit nicht geeignet. Sie sind anspruchsvoll und verlangen jeden Tag Aufmerksamkeit, Zuwendung, Betreuung und Pflege. Ein Heimtier als neues Familienmitglied muss deshalb gut überlegt sein.

Stefan Hitzler, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes, kennt sich aus. Als langjähriger Vorstand des Tierschutzvereins Heidenheim hat er oft genug miterlebt, wie unüberlegt gekaufte oder verschenkte Tiere letztendlich im Tierheim landeten.

Besonders jetzt, in der Coronakrise, befürchten Tierschützer wie Hitzler, dass sich viele Menschen unbedacht tierische Unterhaltung und Gesellschaft ins Haus geholt haben. Umgestellte Arbeitswelten, mehr Zeit im Homeoffice, Kurzzeitarbeit oder Homeschooling. Durch die Coroanabestimmungen verbringen viele Menschen plötzlich mehr Zeit zu Hause, Freizeitaktivitäten sind stark eingeschränkt und die sozialen Kontakte mussten zurückgeschraubt werden. Die entstandene Leere wurde da gerne mit einem neuen tierischen Hausgenossen gefüllt.

“Oft wird dabei aber nicht weit genug gedacht!", mahnt Hitzler und ergänzt: "Was geschieht mit den tierischen Freunden, wenn die erste Begeisterung vorbei ist und unser Alltag sich wieder normalisiert? Dann ist der eben noch so süße Hundewelpe nicht mehr so klein und niedlich, testet seine Grenzen aus und sorgt womöglich für das eine oder andere Ärgernis? Wer hat dann noch ausreichend Zeit für ihn und kümmert sich um ihn und seine Bedürfnisse? Wer übernimmt die liebevolle Erziehung und geht mit ihm mehrmals täglich bei Wind und Wetter Gassi? Schnell stellt sich dann doch Überforderung ein und das eben noch heiß geliebte Tier wird lästig und muss wieder weg.”

Ein besonderer Dorn im Auge der Tierschützer sind dabei die vermeintlichen Schnäppchenangebote von süßen kleinen Welpen über Zeitungsanzeigen und im Internet. Viele der dort beworbenen Tiere kommen illegal aus dem osteuropäischen Ausland und werden viel zu jung und oft schwer krank zu Niedrigpreisen angeboten. In großen Vermehrungsanlagen vegetieren die Elterntiere unter grausamen Bedingungen dahin. Jeder, der solche "Billig"-Welpen kauft, unterstützt dieses Tierelend und fördert die skrupellose Geschäftemacherei noch.

Dabei kann man sich überall schon im Voraus gut informieren, welche konkreten Bedürfnisse einzelne Tierarten haben und auf was man achten sollte. Kaninchen und Meerschweinchen bspw. brauchen Artgenossen, täglich viel Bewegung und sind sehr anspruchsvoll in der Ernährung. Vor allem Kaninchen sehen zwar niedlich aus, sind aber als Kuscheltiere für Kinder so wenig geeignet wie für die Käfighaltung im Kinderzimmer. Ziervögel wie Wellensittiche und Finken sind Schwarmvögel, wollen fliegen und gehen in Einzelhaltung seelisch zugrunde. Haben sie aber Artgenossen als Gesellschaft, wollen sie von menschlichen Zweibeinern i. R. wenig wissen. Vögel sind außerdem oft laut und alle Kleintiere machen täglich "Dreck". Leider werden diese deshalb schnell in Kellerräume oder Garagen verbannt, ausgesetzt oder aber im Tierheim abgegeben.

Deshalb der Appell des Landesverbandsvorsitzenden: "Bitte keine lebenden Tiere als spontane Geschenkidee! Grundsätzlich sollte die Anschaffung von Tieren mit allen im Haushalt lebenden Personen vorher geklärt werden. Wer sich ein Heimtier zulegen möchte übernimmt eine jahrelange Verantwortung und muss sich deshalb im Vorfeld ausführlich über dessen Bedürfnisse und Herkunft informieren. Tierheime sind kompetente Ansprechpartner und beraten Sie gerne."

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