Tierschutzbund fordert Tiertransportverbot
Mehr Lkw-Verkehr und drohende Staus bei Hitze verschärfen Risiken für Tiere
Angesichts der Hitze und des zunehmenden Lkw-Verkehrs warnt der Deutsche Tierschutzbund vor den Gefahren für Tiere auf Transporten.
Weil wegen des niedrigen Wasserstands auf deutschen Flüssen mehr Güter auf die Straße verlagert werden, drohen zusätzliche Staus. Der Deutsche Tierschutzbund fordert Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und Bundesverkehrsminister Steffen Bilger deshalb auf, während der Hitzeperiode umgehend ein bundesweites Verbot von Lebendtiertransporten zu verhängen.
„Tiertransporte sind insbesondere bei Hitze für Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel purer Stress. Kommt durch die Verlagerung des Güterverkehrs von den Wasserwegen auf die Straße noch mehr Verkehr hinzu, drohen zunehmende Staus. Für die Tiere auf Transportern kann das zu einer Tortur werden, die mit dem Tod endet. An den Autobahnen gibt es keine ausreichende Versorgung, wenn beladene Tiertransporter stundenlang feststecken. Minister Rainer und Minister Bilger sind deshalb gefordert, sofort zu handeln und Lebendtiertransporte während der extremen Hitze zu untersagen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
Dort, wo Transporte nicht zu vermeiden sind, müssen sie nach Forderung des Deutschen Tierschutzbundes gut geplant und so kurz wie möglich gehalten werden. Fahrten sollten möglichst in den kühleren Morgen- oder Abendstunden stattfinden. Zudem muss die Ladedichte reduziert werden. Wenn die Außentemperatur so hoch ist, dass Ventilation nicht ausreicht, um eine Hitzebelastung der Tiere sicher zu verhindern, müssen Fahrzeuge mit aktiver Kühlung eingesetzt werden. Eine ausreichende Wasserversorgung der Tiere ist jederzeit sicherzustellen. Auch Grenzkontrollstellen und Schlachthöfe müssen ihre Abläufe so planen, dass lange Wartezeiten für Tiertransporter vermieden werden, so der Tierschutzbund.
Die deutsche Tierschutztransportverordnung erlaubt innerstaatliche Transporte zu Schlachthöfen bis zu einer Dauer von acht Stunden. Kann nicht gewährleistet werden, dass die Außentemperatur während der Transportzeit höchstens 30 Grad beträgt, verkürzt sich die maximale Transportdauer auf 4,5 Stunden. Bei grenzüberschreitenden Transporten gelten die deutlich längeren EU-Transportzeiten: Rinder können bis zu 29 Stunden unterwegs sein, bevor eine 24-stündige Ruhepause vorgeschrieben ist, Schweine bis zu 24 Stunden. „Die aktuellen Regelungen sind unzureichend und können Tiere auf Transporten nicht sicher schützen. Hitzestress kann bei landwirtschaftlich genutzten Tieren bereits bei deutlich niedrigeren Temperaturen und auch auf kürzeren Strecken zum ernsten Problem werden – insbesondere, wenn die Fahrt durch einen Stau deutlich länger dauert als geplant. Direkte Sonneneinstrahlung und mangelnde Luftbewegung können die Belastung zusätzlich enorm verstärken“, kritisiert Schröder.