Mitgliederversammlung des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg e.V. - Stefan Hitzler einstimmig als neuer Vorsitzender bestätigt
von Redaktion LTschV-BW

Mitgliederversammlung des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg e.V. - Stefan Hitzler einstimmig als neuer Vorsitzender bestätigt

Am Samstag, 30.04.22 trafen sich die Mitglieder des Landestierschutzverbandes zu ihrer Jahreshauptversammlung in Reutlingen. Nach der Vorstellung der Geschäftsberichte wurden die Neuwahlen des gesamten Vorstands durchgeführt. Stefan Hitzler bleibt im Amt und wurde als Vorsitzender einstimmig in seiner Funktion bestätigt.
Martina Braun, tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, gab als Ehrengast einen Überblick über politische Vorhaben.

Der Landestierschutzverband Baden-Württemberg ist der Dachverband von 125 Tierschutzvereinen mit insgesamt 73 angeschlossenen Tierheimen und über 50.000 Mitgliedern im Land.
Am vergangenen Samstag hatte der Landestierschutzverband Baden-Württemberg zu seiner anstehenden Mitgliederversammlung nach Reutlingen eingeladen. Aufgrund der Pandemie musste die Veranstaltung mehrfach verschoben werden, um die anstehenden Neuwahlen in einer Präsenzveranstaltung durchführen zu können. Es galt drei Jahresberichte vorzustellen und den Vorstand neu zu berufen.

Von den Vereinsdelegierten wurde Stefan Hitzler ohne Gegenstimmen als erster Vorsitzender bestätigt. Zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden wählten die anwesenden Mitgliedsvereine Martin Spirgatis, Vorsitzender des Tierschutzvereins Lahr. Schatzmeister Stefan Graf (Singen) und Schriftführerin Iris Wiedemann (Emmendingen) freuten sich ebenfalls über ihre Wiederwahl. Zur Seite steht dem neuen Vorstand zudem zukünftig ein 9-köpfiges, erweitertes Vorstandsgremium. Alle Mitglieder des Verbandsvorstands übernehmen dieses Amt ehrenamtlich, zusätzlich zu ihren aktiven Aufgaben in den eigenen, regionalen Tierschutzvereinen.

In umfangreichen Berichten beschrieb der Vorstandsvorsitzende Stefan Hitzler zuvor die vielfältigen Aufgaben und Leistungen des Verbands in den vergangenen drei Jahren. Das einschneidendste Ereignis stellte für alle die Coronakrise und ihre Auswirkungen dar. Für viele Tierschutzvereine waren die damit verbundenen Restriktionen mit starken finanziellen Einbußen verbunden. Durch die fehlenden Besucher und Vereinsfeste fielen wichtige Einnahmequellen und Spenden weg, trotzdem musste die Tierversorgung in den Tierheimen aufrechterhalten bleiben. Der Landesverband hat seine Tierschutzvereine in dieser schweren Zeit gemeinsam mit dem Bundesverband bestmöglich unterstützt und sich auch auf politischer Ebene für die Wahrnehmung der Pandemieauswirkungen auf Tierschutzvereine und deren Arbeit sowie entsprechende Fördermaßnahmen eingesetzt.


Außerdem fördert der Landesverband seit 20 Jahren die im Katzenschutz aktiven Mitgliedsvereine durch Zuschüsse für die Kastration freilebender Katzen. Seit 2012 hat der Landestierschutzverband allein für dieses Projekt über 700.000 Euro bereitgestellt. Seit 2016 kofinanziert vom Ministerium Ländlicher Raum und Verbraucherschutz BW und dem Deutschen Tierschutzbund. Auch die Jugendarbeit ist den Tierschützern ein wichtiges Anliegen und wird vonseiten des Verbands finanziell gefördert.
Weitere Aufgabenbereiche des Landesverbands liegen in der politischen Arbeit, einer umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit und dem seit 2017 neu hinzugekommenen Tätigkeitfeld, welches sich durch das landeseigene Verbandsklagerecht für anerkannte Tierschutzverbände eröffnet hat.
Nach Geschäfts- und Kassenberichten erfolgte - u.a. auf uneingeschränkte Empfehlung der Kassenprüfer hin - die einstimmige Entlastung des Vorstands.

Als Ehrengast und engagierte Ansprechpartnerin auf politischer Ebene, begleitete Landtagsabgeordnete Martina Braun, die Veranstaltung am Nachmittag.
Als neue tierschutzpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Landtag Baden-Württemberg hat sie sich insbesondere den Tierschutz auf die Agenda geschrieben und skizzierte den Vereinsdelegierten ihre speziellen Ziele im Tierschutz.
Als Bioland-Landwirtin mit Milchkuh- und Weidemastochsenhaltung ist der Abgeordneten die Haltung von Tieren in der Landwirtschaft ein Hauptanliegen. „Insbesondere setze ich mich für den im Koalitionsvertrag vereinbarten neuen Strategieplan ein, der in erster Linie eine tierartgerechte Haltung der landwirtschaftlich gehaltenen Tiere zum Ziel hat, ohne Anbindehaltung oder Kastenstände, sowie ein landeseigenes Kälberkonzept. Hinzu kommen tiergerechte Schlachtungen in einem Transportradius von zwei Stunden und keine Tiertransporte über lange Strecken. Tiertransporte in Drittstaaten, lehne ich ganz klar ab.“ erklärte Martina Braun und appellierte gleichzeitig für ein besseres Frühwarnsystem für Verdachtsfälle von Tierschutzverletzungen in Landwirtschaftsbetrieben. Hier setzt sie vor allem auf „offene Augen“ des Umfelds und mehr Mut, wahrgenommene Tierschutzprobleme zu melden.
Ein weiteres gemeinsames Hauptanliegen ist ihr u.a. eine wesentlich bessere Umsetzung von Katzenschutzverordnungen im Land, um dem Leid der unzähligen freilebenden Katzen endlich entgegenwirken zu können. Mit einer damit verbundenen Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hauskatzen, die Auslauf ins Freie genießen, würden mehrere Tierschutzprobleme gelöst.
Die tierschutzpolitische Sprecherin stellte sich in der anschließenden Diskussion offen den teilweise kritischen Fragen der Anwesenden und versprach brennende Anliegen, wie beispielsweise das Thema Wildtierhilfe, der illegale Welpenhandel, der Verkauf von Tieren über Internet, der Wunsch nach Schwerpunktstaatsanwaltschaften für Tierschutzfälle usw. als wichtige Anregungen mitzunehmen.

Im Namen aller Delegierten bedankte sich der neu gewählte Verbandsvorsitzende Hitzler ausdrücklich bei der Abgeordneten mit den Worten : „Wir danken Ihnen für Ihren Besuch als tierschutzpolitische Sprecherin der Regierungspartei in Baden-Württemberg und werden die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Unterstützung der Katzenschutzverordungen in Baden-Württemberg mit Ihrer Hilfe einfordern“. Hitzler zeigte sich höchst erfreut über die rege Teilnahme der Mitgliedsvereine und drückte seine Begeisterung für die offene Gesprächskultur im Landestierschutzverband Baden-Württemberg aus. Mit dem neu gewählten Team sieht er sich für die kommenden großen Aufgaben bestens gerüstet und dankte den Mitgliedsvereinen für das große entgegengebrachte Vertrauen.

 

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