Achtung Frühling - die Natur macht mobil !!
von Redaktion LTschV-BW

Achtung Frühling - die Natur macht mobil !!

Sobald es wärmer wird starten Frösche, Kröten und andere Amphibien ihre Wanderungen zu den Laichgewässern. Der Appell der Tier- und Artenschützer: „Rücksicht nehmen und langsam fahren“.
Für die einheimischen Vögel beginnt die Brutzeit. Deshalb dürfen Bäume und Hecken ab dem 1. März nicht mehr unbedacht geschnitten werden.

Anfang März machen sich wieder zahlreiche Amphibien auf den alljährlichen Weg zu ihren Laichgebieten. Bei länger anhaltenden Temperaturen über 5 Grad und feuchter Witterung setzen sich Salamander, Molche, Gras- oder Springfrösche sowie Kröten in Bewegung, um zum Ablaichen die Gewässer aufzusuchen, in denen sie selbst zur Welt gekommen sind.
Dazu der erste Vorsitzende des Landestierschutzverbands Stefan Hitzler: „Amphibien wandern in der Regel erst in der Dämmerung und nachts zu ihren Laichgewässern. Instinktiv halten sie sich dabei an festgelegte Routen, egal wie viele Straßen dabei überquert werden müssen. Alljährlich finden so Tausende den Tod durch den Straßenverkehr.“ Hitzler appelliert daher besonders an Autofahrer, die nachts unterwegs sind: “Die meisten Amphibienarten sind bei uns inzwischen stark zurückgegangen. Bitte fahren Sie während der Hauptlaichzeit auf Straßenabschnitten, die von Fröschen und Kröten überquert werden, besonders langsam und vorsichtig.“

Aus Sicherheitsgründen und zum Schutz sowohl der freiwilligen Amphibienretter als auch der wandernden Tiere werden oftmals an den schon bekannten Strecken mobile Schutzzäune oder Warnleuchten und Schilder aufgestellt bzw. sogar ganze Streckenabschnitte über Nacht gesperrt.
Trotz dieser Maßnahmen kann so nur zeitlich begrenzt und folglich nur einem vergleichsweise geringen Anteil aller Amphibien geholfen werden. Auf ihrem Rückweg nach dem Ablaichen sind die Tiere wieder ganz auf sich selbst gestellt. Genauso auch die vielen Jungtiere, die nach ihrer Entwicklung von der Kaulquappe zum Frosch oder zur Kröte, ihre Geburtsorte zum ersten Mal verlassen und ohne Unterstützung ihren Weg finden müssen. Da die mobilen Leitanlagen i.R. nicht so lange aufgestellt bleiben und es immer noch viel zu wenige, fest installierte Querungshilfen gibt, sterben hier nach wie vor zahllose Tiere. "Es wird höchste Zeit, dass der über das Bundesnaturschutzgesetz bereits vorgeschriebene Biotopverbund großflächig umgesetzt wird und durch entsprechende Vernetzungsmaßnahmen auch für Tiere die Durchgängigkeit des Landes verbessert wird. Wir Tierschützer fordern mehr Grünbrücken und Amphibientunnel statt das Straßennetz immer weiter auszubauen. Gerade in Hinblick auf sichere Wanderkorridore für Wildtiere ist besonders unsere Landesregierung aufgefordert, ihre Versprechungen für mehr Naturschutz im Land zügig umzusetzen," so das Fazit von Stefan Hitzler.

Wie am Boden - so auch oben
Auch unsere einheimischen Vogelarten haben es nicht leicht. Immer mehr geeignete Nistmöglichkeiten gehen durch Rodung oder Bau- und Sanierungsmaßnahmen verloren. Vor allem Schwalben und Mauersegler leiden zunehmend unter „Wohnungsnot“.
Deshalb appelliert der Landestierschutzverband an alle Garten- und Hausbesitzer neuen Lebensraum zu schaffen. Künstliche Nisthilfen, Nistkästen oder -Höhlen sind ein guter Ansatz und werden gerne angenommen.
Während der Brutzeit dürfen zum allgemeinen Schutz von Pflanzen und Tieren in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September Hecken, lebende Zäune, Bäume, Gebüsche und Röhrichtbestände nicht gerodet, abgeschnitten oder auf andere Weise zerstört werden.
(§ 39 a Bundesnaturschutzgesetz - BNatSchG)

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