Die Zahl verwilderter Katzen in Baden-Württemberg steigt seit Jahren. Die Herausforderungen, die mit der steigenden Population einhergehen, können die örtlichen Tierschutzvereine nicht mehr alleine meistern. Eine davon: Die kostspielige Kastration und Versorgung freilebender Katzen. Bitte helft mit!!

Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland etwa zwei Millionen freilebende Katzen, die häufig ein leidvolles Schattendasein führen. So sind diese Tiere häufig krank, verletzt, unterernährt oder kommen unter die Räder. Mehrmals im Jahr sind die Katzen paarungsbereit. Anfang des Jahres beginnen der Kreislauf der unkontrollierten Vermehrung und das Katzenleid wieder von vorn.

„Kastration ist ein wichtiger Beitrag zum Katzenschutz. Denn je unkontrollierter sich Freigänger und freilebende Katzen vermehren, desto größer das Leid“, sagt der Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg, Stefan Hitzler "Wirklich helfen kann nur eine flächendeckende Kastration, die allerdings kostspielig und von den örtlichen Tierschutzvereinen alleine nicht zu stemmen ist".

Daher unterstützt der Landestierschutzverband die Katzenkastrationsaktionen seiner Mitgliedsvereine.

Bitte helft mit! Wir haben eigens für die landesweiten Katzenkastrationsaktionen unserer Tierschutzvereine einen Spendenfonds eingerichtet. Über diesen können sich Tierfreunde, private Tierschützer und Unternehmen an der landesweiten Aktion beteiligen. Bitte helft mit, das Leid der vielen streunenden Samtpfoten zu verringern. Schon ein kleiner Betrag hilft!

 

Freilebende Katzen in Baden Württemberg

Kastrationsprojekt des Landestierschutzverbands

2012, wie alles begann:

Auf unserer Jahreshauptversammlung wurde bekanntgegeben, dass der Landestierschutzverband B.W. seine Mitgliedsvereine in diesem Jahr bei der Kastrationen freilebender Katzen finanziell unterstützen wird. Herr Schröder, Präsident unseres Dachverbandes, des Deutschen Tierschutzbundes, war auf dieser Veranstaltung anwesend und von der Idee so begeistert, dass er auch seitens des Deutschen Tierschutzbundes finanzielle Unterstützung versprach. So konnte jedem Verein, der diese Unterstützung angefordert hatte, € 1.000 ausbezahlt werden. Das klingt erst einmal nach viel Geld, da die Kastration einer weiblichen Katze aber ca. 100,- € und die eines Katers ca. 70,- € kosten, haben kastrations-aktive Tierschutzvereine den Unterstützungsbetrag oft schon in den ersten beiden Monaten eines Jahres voll ausgeschöpft oder überschritten.
Unser Angebot wurde von den Tierschutzvereinen so gut angenommen, dass die Unterstützung in dieser Form auch in den Jahren 2013 – 2015 fortgeführt wurde.


2016, wir erhalten Unterstützung von Landesseite:

Obwohl die Thematik der freilebenden Katzen in Baden Württemberg nicht so offensichtlich ist wie die der vielerorts herumlaufenden Katzen in südlichen Ländern, wird doch jedem, der sich mit der Situation befasst sehr schnell klar, dass auch bei uns ein sehr großer Handlungsbedarf besteht. Vermutlich ist der Hauptgrund, dass es bei uns bislang zu keiner „Eskalation“ der Katzensituation kam die Tatsache, dass engagierte Tierschützer seit vielen Jahren Futterstellen für die Tiere betreuen und um den Katzenbestand nicht ausufern zu lassen, die Tierschutzvereine engagiert Tiere kastrieren - finanziert zu größten Teilen über private Spenden, die sie erhalten.
Das Engagement des Landestierschutzverbandes und des Deutschen Tierschutzbundes in den Jahren 2012 – 2015 wurde vom Baden-Württembergischen Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) nicht nur gesehen und für gut befunden, sondern auch dort sind die Problematik und der Handlungsbedarf bekannt. Umso mehr haben wir uns gefreut, als wir aus dem MLR die Zusage zur finanziellen Unterstützung des Projektes auch von Landesseite erhielten.
Dadurch konnten wir den möglichen Zuschuss je Verein auf bis zu 1.500,- € anheben – und bis auf wenige, eher kleine Tierschutzvereine, konnten die meisten Vereine auch diese Summe voll ausschöpfen.
Inzwischen war unser Kastrationsprojekt bei den Tierschutzvereinen so bekannt geworden, dass die beantragten Zuschüsse das für 2016 geplante Gesamtbudget bei weitem überstiegen. Da uns das Projekt aber eine echte Herzensangelegenheit ist, ermöglichte der Landestierschutzverband für 2016 zusätzliche Gelder und wir fassten den Beschluss, mit dem Thema vermehrt an die Öffentlichkeit zu gehen. Zum einen um das Bewusstsein für die Situation der freilebenden Katzen in der Bevölkerung zu stärken, aber natürlich auch um Spendengelder für die dringend benötigte Unterstützung der Tierschutzvereine zu akquirieren.
Dies wurde 2017 mit einem sehr erfolgreichen, bislang aber leider einmaligen Projekt realisiert, bei welchem Tierfreunde in ihren Blogs im Internet unter dem Motto „Bloggen für mehr Katzenschutz“. Aufklärungsarbeit leisteten und um Spenden auf unser hierfür eingerichtetes Konto baten.

Insgesamt war die Unterstützung der Tierschutzvereine durch unser Kastrationsprojekt so erfolgreich, dass alle drei beteiligten Geldgeber einer Weiterführung zustimmten und wir die Tierschutzvereine auch in den Jahren 2017 und 2018 mit gleichem Maximalbetrag unterstützen konnten.


2019, und wie es weiter geht

Wir alle haben gesehen, was wir mit unserem Einsatz erreicht haben! Durch die Sicherheit der finanziellen Unterstützung können die Tierschutzvereine besser planen und damit 1.500 € über das ihnen zur Verfügung stehende Budget „hinausgehen“. Im Schnitt kann damit jeder Tierschutzverein 15 freilebende Katzen oder 21 Kater mehr kastrieren, als es die eigenen finanziellen Mittel zulassen….rechnen Sie die Auswirkungen auf die Zahl der freilebenden Katzen gerne einmal über ein paar Jahre hoch ;-)

Katzenschutzverordnungen in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg gehört zu den Bundesländern, in welchen der Erlass einer Katzenschutzverordnung vom Land auf die Kommunen und Gemeinden übertragen wurde.
Eine Katzenschutzverordnung gilt für alle Katzen mit Freigang und beinhaltet:

  • Die Kastration – denn auch Katzen und Kater, die selbst ein schönes Zuhause haben, paaren sich mit den freilebenden Katzen und tragen somit zur Vermehrung der Straßenkatzen und damit zu deren Leiden bei.
  • Die Kennzeichnungspflicht durch den Halter (mittels Tätowierung oder Mikrochip durch den Tierarzt)
  • Die Registrierung der Katze (kostenfrei, z.B. in Portalen wie Findefix, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes oder Tasso e.V.)

In Baden-Württemberg steckt das Thema Katzenschutzverordnung leider noch in den „Kinderschuhen“, bislang wurden in nur 2 Gemeinden, Berglen und Schramberg, Katzenschutzverordnung verabschiedet. Diese werden beide ab 01.01.2020 in Kraft treten. In vielen anderen Bundesländern gibt es bereits Katzenschutzverordnungen, mit durchweg positiven Erfahrungen. Die derzeitigen Vorreiter sind Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit Katzenschutzverordnungen in je ca. 100 Gemeinden und Landkreisen, sowie Schleswig-Holstein und Hessen mit je ca. 30 erlassenen Katzenschutzverordnungen.


Für die Gestaltung einer Katzenschutzverordnung gibt es keine strikten Vorgaben, den Gemeinden wird innerhalb eines gewissen Rahmens ermöglicht, die eigene Situation und die eigenen Belange abzubilden. Als Hilfestellung hat die baden-württembergische Landestierschutzbeauftragte, Frau Dr. Stubenbord, 2018 einen Entwurf für eine kommunale Katzenschutzverordnung nach §13b Tierschutzgesetz vorgestellt. Dieser soll den Erlass einer Verordnung durch die Gemeinden erleichtern. Der Entwurf ist auf der Homepage des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) verfügbar, zusammen mit einer sehr übersichtlichen Datei mit den häufigsten Fragen zum Thema.

https://mlr.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mlr/intern/dateien/PDFs/SLT/2018-07-18_Katzenschutzverordnung.pdf
https://mlr.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mlr/intern/dateien/PDFs/SLT/2018-07-27_SLT_FAQ_Katzenschutzverordnung.pdf


Besonders interessant für die Antragsteller dürften die Seiten 6 und 7 des Verordnungs-Entwurfes (oberer Link) sein, da die Behördenmitarbeiter die notwendigen Zahlen, Daten und Fakten, die den Erlass einer Katzenschutzverordnung möglich machen, von den lokal arbeitenden Tierschutzvereinen, Tierheimen und Veterinären beziehen. Hier ist also aktive Mitarbeit gefragt, um die Entwicklung auf kommunaler Ebene zu beeinflussen!

  • Es muss eine hohe Population freilebender Katzen nachgewiesen werden, sowie die damit einhergehenden Schmerzen, Leiden und Schäden für die Tiere

TIPP: Dokumentieren Sie die Anzahl und den Gesundheitszustand der Tiere, die sie einfangen und zur Kastration bringen. Zusätzlich zu den Berichten und Belegen des Tierarztes empfehlen wir, aussagekräftige Fotos zu sammeln, um die Argumentation anschaulich zu unterstützen.

  • Es muss belegt werden, dass andere Maßnahmen nach Tierschutzgesetz § 13b Abs. 4 nicht zu einer Verminderung der Katzenpopulation und des Leidens der Tiere geführt haben. Hier werden insbesondere die Kastrationsaktionen der Tierschutzvereine durch Einfangen-Kastrieren-Freilassen relevant.

TIPP: Dokumentieren Sie die von Ihnen durchgeführten Kastrationsaktionen, soweit möglich auch die Anzahl der „Besucher“ Ihrer Futterstellen und machen Sie Fotos von Erkrankungen und anderen Leiden der freilebenden Katzen in Ihrem Einzugsgebiet.

Die Sammlung und Auswertung der Daten und Fakten nennt sich „Feststellung der Erforderlichkeit und Verhältnismäßigkeit einer Katzenschutzverordnung“ und stellt die Grundlage dar, auf deren Basis der Gemeinderat die Möglichkeit hat, eine Katzenschutzverordnung zu verabschieden.

Eine schlüssige Argumentation zu haben ist auch deshalb sinnvoll, um Einschätzungen von Land- oder Gemeinderäten ggf. widerlegen zu können. Seien Sie vorbereitet auf Aussagen wie: „Wir gehen davon aus, dass in unseren Städten und Gemeinden die Situation aufgrund streunender Katzen noch nicht so gravierend ist, dass es notwendig wäre, eine Katzenschutzverordnungen zu erlassen…“ – halten Sie Ihre sachlichen Argumente also bereit!

Ablauf einer Katzenkastrations-Aktion

Der Tierschutzverein oder das Tierheim wird entweder von aufmerksamen Anwohnern darüber informiert, dass auf einem bestimmten Gelände oder Gebiet scheue Katzen leben. Oder diejenigen, die sich aus Mitleid bereits um diese Tiere kümmern und sie an Futterstellen betreuen, bitten um Hilfe.
Der Tierschutzverein hat zumeist die Möglichkeit, solch scheue Katzen mit speziellen Lebendfallen einzufangen. In den Fallen können die Katzen zuerst angefüttert und „an die Falle gewöhnt“, später dann tatsächlich darin gefangen und zum Tierarzt gebracht werden. Die Tierschutzvereine sind dabei häufig auf die Hilfe derer angewiesen, die vor Ort wohnen oder diese Katzen regelmäßig sehen bzw. ihnen Futter hinstellen. So wird ein Tierschutzverein versuchen, das Aufstellen, Anfüttern der Katzen in der Falle (ohne dass sie zunächst auslöst), später das „Scharf machen“ der Fallen, sowie die engmaschige Kontrolle, ob ein Tier gefangen ist, am besten gemeinsam mit zuverlässigen Tierfreunden vor Ort durchzuführen. An betreuten Futterstellen kennen die Tierschützer „ihre“ Katzen und haben zumeist auch den Überblick, wer „dazugehört“.
Handelt es sich um einen größeren Bestand von freilebenden Katzen, so ist es sinnvoll, die Katzen zügig nacheinander einzufangen und nach erfolgter Kastration und Kennzeichnung zunächst im Tierheim unterzubringen, bis der gesamte Bestand kastriert ist. Setzt man jede gefangene Katze direkt nach der Kastration wieder zurück, besteht die Gefahr, dass man den Überblick verliert und nicht alle Katzen kastriert werden. Sind dann alle Katzen eingefangen und kastriert, können sie gemeinsam wieder an ihrem ursprünglichen Platz frei gelassen werden, vorausgesetzt, sie werden dort weiter gefüttert, betreut und geduldet.

Da sich die allermeisten frei lebenden Katzen nicht anfassen lassen, werden sie idealerweise gleich in der Falle zum Tierarzt gefahren, dort kastriert und danach entweder wieder frei gelassen (bei überschaubarem Bestand von bis zu 5 oder 6 Katzen) oder eben übergangsweise noch kurzzeitig im Tierheim aufgenommen. Sind die Katzen gesund, dann können sie bei normaler Witterung (keine Minusgrade, kein Frost, Schneefall oder „Sauwetter“) bereits relativ schnell nach erfolgter Kastration, wieder frei gelassen werden.

Als Kennzeichnung empfiehlt sich eine Tätowierung im Ohr. Diese ist für jeden ersichtlich und normalerweise kann man bei tätowierten Katzen davon ausgehen, dass diese auch kastriert wurden, da eine Tätowierung nur in Narkose vorgenommen wird.

Umfrage Katzenkastrationen 2019

Weltkatzentag: Umfrage zeigt den Bedarf von Katzenschutzverordnungen in Baden-Württemberg

Der Landestierschutzverband Baden Württemberg e.V., Dachverband mit mehr als 100 Tierschutzvereinen und ihre angeschlossenen Tierheimen in Baden-Württemberg, hat im April und Mai 2019 eine Umfrage zur Versorgung und Kastration freilebender Katzen bei seinen Mitgliedsvereinen durchgeführt.
114 Tierschutzvereine wurden um Teilnahme an der Umfrage gebeten, die Teilnahmequote lag bei 51 % (58 von 114).

In der Umfrage wurden Fragen zu den folgenden Themengebiete gestellt:
1. Geleistete Kastrationsarbeit in 2018
2. Auswirkungen der Kastrationsarbeit auf die lokalen Populationen freilebender Katzen
3. Limitierende Faktoren bei der Kastrationsarbeit (Personal, Finanzen, Räumlichkeiten)
4. Gesundheitszustand der freilebenden Katzen und Versorgungssituation (Futterstellen)
5. Katzenschutzverordnung, Bedarf und Gespräche mit Behörden und Wissen um die Problematik freilebender Katzen in B.W. in der Bevölkerung

Wir freuen uns sehr über die enge Zusammenarbeit zwischen dem Landestierschutzverband B.W. e.V. und der Stabsstelle der Landesbeauftragten für Tierschutz B.W. beim Thema der freilebenden Katzen Baden Württembergs. Insbesondere freuen wir uns, dass Frau Dr. Stubenbord bereit war, ein Vorwort zur Auswertung unserer Umfrage zu schreiben. Dieses Vorwort, sowie die vollständige Auswertung unserer Katzenkastrationsumfrage finden Sie im Folgenden verlinkt:

Vorwort der Landesbeauftragten für Tierschutz

Auswertung Umfrage Katzenkastrationen

 

Spendenfonds Kastration freilebende Katzen

„Katzenkastrationsprojekt“ des Deutschen Tierschutzbundes, Landesverband Baden-Württemberg e.V.

Bitte spenden Sie für unseren Fonds zur Unterstützung der Kastrations- und Versorgungsarbeit

der freilebenden Katzen in Baden-Württemberg. Jeder kleine Beitrag zählt!


HERZLICHEN DANK!

Spendenkonto des Landestierschutzverbandes BW e.V.:

Stichwort „Katzenkastration“

Sparkasse Freiburg
IBAN: DE36680501010002391999
BIC: FRSPDE66XXX

Konto-Nummer: 2 391 999
BLZ 68050101

ODER:

Online Spenden unter

Strassenkatzen-Spende-fuer-ein-Leben-ohne-Leid