Aktueller Tierschutzhinweis


Auch Tiere leiden unter Hitzefolgen!


Tiere können wie wir Menschen bei zu hohen Temperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung Kreislaufzusammenbrüche erleiden und kollabieren. Deswegen müssen Tierhalter bei Hitzealarm schon im voraus dafür sorgen, dass ihren Tiere immer ausreichend Schatten und Trinkwasser zur Verfügung stehen, oder sie sich bei Bedarf in kühlere Bereiche zurückziehen können. das gilt vor allem wenn Tiere (vorübergehend) im Freien gehalten werden.

Sommerhitze - Wichtige Tipps für Tierhalter

 

Heimtiere, insbesondere Vögel, bei sommerlichen Temperaturen nicht ungeschützt samt Käfig auf die Fensterbank, den Balkon, die Terrasse oder in den Garten stellen !!

Das sommerliche Wetter verleitet viele Tierbesitzer dazu ihren Tieren etwas Gutes tun zu wollen. In guter Absicht wird der Vogelkäfig auf die Fensterbank oder den Balkon gestellt, die Meerschweinchen und Kaninchen dürfen samt Käfig oder in einem "Auslaufgehege" auf die Terrasse oder in den Garten auf die Wiese.

Den Vogel oder das Kaninchen kann dies unter Umständen jedoch das Leben kosten. Nicht nur die Hitze wird schnell zum Problem - direkte Sonneneinstrahlung, mangelndes Trinkwasser oder aber Zugluft können ebenfalls tödliche Folgen für Heimtiere haben. Egal ob Kanarienvogel, Wellensittich oder Papagei, Kaninchen, Meerschweinchen oder Hund:
kein Tier darf längere Zeit der direkten Sommersonne ausgesetzt werden, ohne ausweichen zu können. Oft wird außerdem vergessen, dass auch Tiere bei Hitze wesentlich mehr Wasser trinken.


Wichtig !! Die Sonne wandert - wo eben noch Schatten war, brennt eine halbe Stunde später erbarmungslos die Sonne hin !!!

Tiere, die im Freien gehalten werden brauchen:

  • - ausreichend Schatten (und zwar rund um die Uhr),
  • - immer frisches Trinkwasser,
  • - Schutz vor Zugluft,
  • - Außengehege für Meerschweinchen oder Kaninchen müssen ein- und ausbruchsicher konstruiert sein, damit die Tiere zum einen nicht selbst ausbüchsen können und andererseits eventuelle "Feinde" (Hund, Katze, Fuchs, Marder, Iltis, Greifvogel) keine Chance haben, die eingesperrten Tiere anzugreifen,
  • - bei andauernder Haltung im Freien eine stabile "Hütte", die einerseits als Rückzugsmöglichkeit dient und außerdem einen soliden Witterungsschutz bietet.

Für alle kleinen Heimtiere gilt, dass sie mit ihren Käfigen nicht einfach auf die sonnige Terrasse oder den Balkon gestellt werden dürfen. Das muss vor allem Kindern erklärt werden, die ihre zwei- und vierbeinigen Freunde zum Spielen mit nach draußen nehmen wollen, und sie dort dann leicht "vergessen".

 

Gefahrenquelle Fenster und Fensterbank

Käfigstandorte auf Fensterbänken können im Sommer zur tödlichen Falle werden, wenn die Sonne direkt auf die Fenster brennt. Infolge der Reflektion der Glasscheiben kommt es direkt hinter der Scheibe zu einem Hitzestau und so ist es im Bereich Käfig - Fenster um ein vielfaches heißer, als im Zimmer selbst. Offene oder gekippte Fenster sind ebenfalls gefährlich: Tiere in unmittelbarer Fensternähe erkranken schnell an den Folgen der Zugluft Außerdem sind schon viele Tiere in der tödlichen Falle eines gekippten Fensters elend zugrunde gegangen oder durch das versehentlich offen gelassenen Fenster entkommen.

Also: immer einen Platz ohne Zugluft für den Käfig auswählen, Schatten sicherstellen (Käfig beispielsweise halb abdecken) und Tieren  immer und jederzeit Zugang zu frischem Trinkwasser ermöglichen.

 

Hitzschlaggefahr!

Hunde  bei Hitze nicht im Auto zurücklassen

Jeden Sommer wieder liest man es in der Zeitung oder hört die Meldung im Radio: "Hund im Auto an Hitzschlag gestorben" oder "Hund von Polizei gerade noch rechtzeitig aus aufgeheiztem Auto befreit"

Überschreitet die Umgebungstemperatur eine bestimmte Höhe, wie es vor allem im Auto schnell der Fall ist, droht Hunden schnell ein Hitzekollaps mit möglicher Todesfolge.

"Nur kurz" ist oft zu lang!!!

Selbst für schnelle Erledigungen sollte man den Hund deshalb nach Möglichkeit aus dem Auto holen und mitnehmen oder besser noch: gleich Zuhause lassen.

Wie jeder aus eigener Erfahrung selbst weiß, heizen sich Autos in der Sonne in kürzester Zeit unerträglich auf (Treibhauseffekt). Schnell werden Innentemperaturen weit über 40 ° C erreicht und das ist für alle Säugetiere lebensgefährlich.

Wirkt ein Tier im Auto also apathisch oder aber sehr unruhig, atmet es überdurchschnittlich schnell oder zittert, kommt es gar zu Durchfall oder Erbrechen, so sind das sichere Anzeichen für einen Hitzekollaps. Mögliche Folgen sind Nierenversagen, Blutgerinnungsstörungen bis hin zum Tod.
Wer ein so in Not geratenes Tier im Auto entdeckt, sollte umgehend die Polizei informieren, um das Fahrzeug öffnen zu lassen. Unverantwortlichen Haltern droht nach § 17; § 18 Tierschutzgesetz eine Geldstrafe bzw. eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

Wird ein total überhitztes und schon bewusstloses Tier befreit, so sollte man es als erste Hilfsmassnahme in ein feuchtes Tuch wickeln, um die Körpertemperatur so langsam herunterzuregulieren. Dann schnell zum nächsten Tierarzt und auf keinen Fall versuchen Wasser einzuflößen!

 

Ausflüge mit dem Hund

Die wichtigste Regel an heißen Sommertagen heißt:

Überhitzung vermeiden und immer ausreichend mit Trinkwasser mitnehmen.

Denn auch Hunde haben jetzt einen überproportional hohen Flüssigkeitsbedarf. Daran ist besonders zu denken, wenn der Hund zu längeren Ausflügen mitgenommen wird. Eine Thermosflasche mit kühlem Frischwasser für den Hund sollte deshalb immer im Gepäck dabei sein.

Spaziergänge mit dem Hund legt man im Sommer am besten in die frühen Morgenstunden oder auf den Abend, wenn die Hitze schon etwas nachgelassen hat. Die Mittagshitze sollte in beiderseitigem Interesse gemieden werden.

Das Leistungsvermögen von Hunden wird leider häufig überschätzt und oft muten Hundebesitzer ihren Schützlingen im Sommer zu viel zu. Hitze, starke Sonneneinstrahlung und hohe Ozonwerte - insbesondere zur Mittagszeit - belasten den Kreislauf des Hundes genauso wie den des Menschen. Hunde können aber nicht schwitzen wie wir, sondern müssen versuchen sich über schnelles Ein-und Ausatmen bei weit geöffnetem Maul (hecheln) Kühlung zu verschaffen. Am schwersten betroffen sind langhaarige Rassen und kleine oder konditionsschwache Hunde.

Grundsätzlich sollten Hunde deshalb an heißen und schwül-feuchten Sommertagen nicht auf Rad- oder Joggingtouren mitgenommen werden. Bei Ausflügen mit dem Fahrrad ist zusätzlich zu bedenken, dass Hunde nicht nur den hohen Außentemperaturen, sondern auch der Bodenhitze ungeschützt ausgesetzt sind.

Oder würden Sie gerne barfuß über glühendheißen Straßenbelag laufen?

Auch Hundepfoten sind empfindlich. Vor allem aufgeheizter Straßenbelag und Asphalt können zu massiven Brandblasen an den Pfoten führen. Der Smalltalk mit dem Nachbarn auf dem heißen Gehweg kann für den daneben wartenden Hund unerträglich werden. Schattige Wald- und Wiesenwege sollten beim Gassigang also unbedingt bevorzugt werden.

Hunde sind außerdem anfällig für Ohren- aber auch für Augenentzündungen. Deshalb während der Autofahrt die Fenster besser nicht weit öffnen und Hunde nicht in Cabrios oder offenen Geländewagen mitnehmen, da sie sonst die ganze Zeit dem Fahrwind ausgesetzt sind.

 

Weidetiere, wie Schafe, Rinder und Pferde brauchen im Sommer Schattenplätze und wesentlich mehr Trinkwasser !

Immer wieder erreichen den Landestierschutzverband Meldungen besorgter Tierfreunde über Schafe, Rinder, Ponys und Pferde, die ohne ausreichende Versorgung mit Frischwasser und ohne Schatten in der Sonne "braten".

Wie die kleinen Heimtiere leiden Weidetiere genauso an den Folgen zu intensiver Sonnen- und Hitzeeinwirkung.
Grundsätzlich gilt deswegen auch für Weidetiere: Schatten und Wasser sind unabdingbar.
Rinder können ihren Wasserbedarf, selbst wenn frisches Grünfutter verfügbar ist, nicht ausschließlich über das im Futter gebundene Wasser decken. Daher muss Rindern ganzjährig immer ausreichend Trinkwasser zur freien Verfügung stehen. Dabei ist bei erwachsenen Rindern von einem Durchschnittsbedarf von etwa 50 Litern auszugehen, an heißen Tagen noch wesentlich mehr. Im Vergleich dazu brauchen Pferde im Sommer mindestens ca. 60 Liter täglich pro Tier.

Rinder beispielsweise haben mit heißen Tagen größere Probleme als mit kalten. Bei hohen Außentemperaturen wird zunächst der Stoffwechsel reduziert und versucht z.B. durch Hecheln, überschüssige Körperwärme abzugeben. Gelingt es dem Tier nicht, die Körpertemperatur im physiologischen Bereich zu halten, kommt es zur Hyperthermie (Überwärmung).

Großtiere wie Rinder und Pferde haben mehr Probleme, überschüssige Körperwärme loszuwerden als sich vor Unterkühlung zu schützen. Ein Schutz vor der Sonne im Sommer ist deswegen mindestens ebenso wichtig wie ein Kälteschutz im Winter. Bei der ganzjährigen Weidehaltung von Rindern oder "Robusthaltung" von Pferden ist deshalb auch im Sommer ein Witterungsschutz unabdingbar. Fehlen natürliche Schattenspender, wie dichte Laubbäume oder bieten diese nicht genügend Schatten für alle Tiere der Gruppe, müssen zusätzliche Schattenplätze geschaffen werden. Schon eine großflächig gespannte Plane bietet Schutz vor der direkten Sonneneinstrahlung.

Eine weitere Möglichkeit wäre es natürlich die Tiere über die Mittagshitze in den Stall zu holen und nur am frühen Morgen oder späten Abend - wenn die Temperaturen wieder "erträglich sind" - auf die Weide oder Koppel zu lassen.