Achtung Krötenwanderung hat begonnen!

Frösche, Kröten und andere Amphibien starten ihren beschwerlichen Weg zu den Laichgewässern aufgrund der anhaltenden Kälte und Trockenheit dieses Jahr spät - doch jetzt ist es soweit. Vor allem entlang der bekannten Wanderungsrouten werden Autofahrer jetzt um besonders vorsichtige Fahrweise gebeten. Appell der Tierschützer: "Langsam fahren heißt Leben erhalten"

 

frogwarningErst jetzt - Mitte März - kommt die alljährliche Amphibienwanderung so langsam in Bewegung. Zwar ist der Boden im Flachland schon seit einigen Tagen aufgetaut und die Nächte meist frostfrei, aber die relative Trockenheit macht den einheimische Amphibienarten den Start zu ihren Laichgebieten schwer. Doch seit dem vergangenen Wochenende häufen sich in Baden-Württemberg die Meldungen, dass die ersten Frösche und Kröten unterwegs sind. Zuerst setzen sich Salamander, Molche und Gras- oder Springfrösche in Bewegung, während die Erdkröten ihren Paarungslauf erst einige Wochen später starten. Wenn jetzt noch der Regen kommt, beginnt das große Krabbeln.

Dazu der erste Vorsitzende des Landestierschutzverbands Herbert Lawo: "Amphibien wandern in der Regel erst in der Dämmerung und nachts zu ihren Laichgewässern. Instinktiv halten sie dabei unbeirrbar an einem fest eingeprägten Weg fest, egal wie viele Straßen dabei überquert werden müssen. Alljährlich finden so Tausende den Tod durch den Straßenverkehr." Lawo appelliert deshalb besonders an die Autofahrer, die nachts unterwegs sind: "Bitte fahren Sie während der Hauptlaichzeit der Amphibien auf Straßenabschnitten, die in der Zeit von Fröschen und Kröten überquert werden könnten, besonders langsam und vorsichtig."

Doch nicht nur Autos werden den Tieren gefährlich. Zusätzliche Fallen wie Straßengullis, Abwasserschächte und hohe Bordsteinkanten erschweren die mühselige Wanderung zusätzlich und erhöhen die Verlustrate. Auch Nahrung (z.B. Schnecken, Käfer und andere Insekten) ist jetzt noch Mangelware. Vor allem die Frühwanderer unter den Amphibien trifft es augenblicklich besonders hart, sind doch an vielen Wanderrouten die üblichen Rettungszäune noch nicht errichtet, bzw. es fehlen die entsprechenden Warnschilder. Nächtliche Straßensperrungen werden außerdem - wenn überhaupt - erst in der Hauptwanderungszeit eingerichtet.
Vor allem dem tatkräftigen Einsatz von Natur- und Tierfreunden, die dann freiwillig jede Nacht ausrücken und helfen, die Tiere in den gefährdeten Bereichen über die Straße zu tragen, ist es zu verdanken, dass die Todesrate nicht noch höher ausfällt. Helfer und Amphibien sind folglich auf die Rücksicht der Autofahrer besonders angewiesen, da sie gerade dann am aktivsten werden, wenn auch die Sichtverhältnisse für Autofahrer am schlechtesten sind, nämlich nachts und bei Regen. Damit gelten diese Amphibienschutzaktionen als sehr gefahrenträchtig, vor allem wenn die Verkehrsstraßen nicht gesperrt werden können.

Allein schon deshalb wendet sich der Landestierschutzverband auch an alle Polizeidienststellen mit dem Aufruf, Straßenabschnitte, die als Amphibienwanderungsstrecken bekannt sind, zumindest nachts konsequent zu sperren. Dies ist i. d. R. ohne großen Aufwand umsetzbar, denn meist handelt es sich um eher kleinere Kreis- und Landstraßen, die Ortskundige ohne großen Mehraufwand umfahren können.

Karlsruhe, 15. März 2011