Warnung vor unseriösem Hundehandel
Erneuter Fall von illegalem Welpenhandel im Raum Pforzheim. Der Landestierschutzverband warnt ausdrücklich vor tierischen Billigangeboten im Internet. Viele der dort zu findenden Tiere stammen aus katastrophalen Zuchten im Ausland. Die Welpen sind oft krank und werden viel zu jung verkauft.
Innerhalb kürzester Zeit wurde im Enzkreis bereits der zweite Fall von illegalem Hundehandel aufgedeckt. Erst Anfang des Monats beschlagnahmten die Veterinärämter der Stadt Pforzheim und des Enzkreises 13 Spitzwelpen, die illegal aus dem Ausland eingeführt worden waren. Die jungen Hunde waren offensichtlich viel zu früh vom Muttertier weggenommen worden. Die Hundehändler hatten schon früher Welpen über Internet zu "Billigpreisen" inseriert und dieser gewerbliche Hundehandel war ihnen bereits behördlicherseits untersagt worden.
Diese Woche gingen den Veterinärbehörden die nächsten Geschäftemacher dieser Art ins Netz. Auch wenn nur noch drei Chihuahua-Welpen sichergestellt werden konnten, lässt sich rückwirkend nachvollziehen, dass hier innerhalb der letzten sechs Monate über 50 Welpen ohne gültige Papiere und Impfschutz aus Osteuropa geholt und über Internetinserate lukrativ verkauft wurden. Auch gegen diese Verkäuferin wurde inzwischen ein Verfahren eingeleitet.
Der Landestierschutzverband Baden-Württemberg e.V. begrüßt das konsequente Durchgreifen der zuständigen Veterinärämter ausdrücklich. Gleichzeitig warnt der Verband Hundeinteressenten vor unseriösen Hundeverkäufern und rät eindringlich davon ab Tiere auf offener Strasse, über dubiose Zeitungs- oder Internetinserate zu kaufen. „Tiere sind keine Schnäppchenware“ betont Herbert Lawo, Vorsitzender der größten Tierschutzorganisation im Land. „Wer sich ein Tier zulegen möchte, sollte keinesfalls auf Billigangebote schauen - das zahlt sich letztendlich in keiner Hinsicht aus. Regelmäßig beklagen sich geprellte Hundekäufer bei uns, die einen schwerkranken Hund erworben haben und bitten um Hilfe.“
Bei genauerem Nachfragen stellt sich meist heraus, dass der Rassewelpe besonders günstig per Internet oder Zeitungsinserat über nicht registrierte Handynummern bestellt worden war und entweder direkt übergeben oder bei einem angeblichen Züchter abgeholt werden konnte. Die eigentliche Herkunft der Welpen wurde von den angehenden Hundebesitzern nicht weiter hinterfragt. Weder hatte man sich zuvor die Haltungsbedingungen angesehen noch darum gebeten, einen Blick auf das Muttertier und die Geschwister werfen zu dürfen. Erst Zuhause stellt sich dann heraus, dass die Tiere stark geschwächt, krank und eigentlich noch viel zu jung sind. Es folgen viel Kummer und kostenintensive Gänge zum Tierarzt - vor allem, wenn der Neuzuwachs es trotz intensivster Bemühungen nicht überleben sollte.
Das dubiose Geschäft mit Hunden, vor allem aus Osteuropa, boomt nach wie vor. Immer wieder werden in Grenznähe illegale Welpentransporte gestoppt, kranke und stark geschwächte Jungtiere müssen sichergestellt und schnellstmöglich notversorgt werden. Meist sind die kleinen Hunde viel zu früh von Ihren Müttern und Wurfgeschwistern getrennt worden, was massive Verhaltensprobleme, zum Teil bis ins Erwachsenenalter, nach sich ziehen kann. Ebenso häufig sind die erforderlichen Begleitpapiere gefälscht und vorgeschriebenen Impfungen nicht erfolgt. Das offensichtlich lukrative Geschäft mit den jungen Hunden führt zudem auch zu erheblichem Leid bei den Zuchthündinnen in den Ursprungsländern, die vielfach über Jahre hinweg als "Gebärmaschinen" missbraucht werden.
Deshalb unser dringender Appell: Fallen Sie beim Tierkauf nicht auf Straßenhändler, dubiose Kleinanzeigen oder Internetangebote herein! Weitere Hinweise "Auf was Sie beim Welpenkauf unbedingt achten sollten"erhalten sie direkt beim Landestierschutzverband und auch die Mitarbeiter in den örtlichen Tierheimen beraten Sie gerne weiter.
Karlsruhe, 31. August 2011


