Zirkustiere

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Würden Sie für Tierquälerei Geld bezahlen?

Viele tun das indem sie Zirkusveranstaltungen besuchen. Eigentlich soll im Zirkus eine Welt voller Spaß, Lachen und Kunststücken gezeigt werden. Was man wirklich sieht sind vollkommen abgestumpfte Tiere, die ein Leben führen müssen, das ihren Ansprüchen nicht gerecht wird.

Die Tiere brauchen Bewegung in der freien Natur, wollen jagen und ihren natürlichen Bedürfnissen nachkommen. Im Zirkus müssen sie durch brennende Reifen springen, auf Fahrrädern fahren oder alberne Kostüme tragen. Was nach außen lustig und ganz einfach wirkt ist in Wahrheit nichts anderes als Tierquälerei. Um die Tiere an den Punkt zu bekommen an dem sie nur machen was der Mensch von ihnen will muss der Mensch den Willen des Tieres brechen. Kein Tiger würde von sich aus, ohne vorheriges „Training“, auf zwei Beinen hüpfen oder durch einen brennenden Reif springen. Die Tiere werden oft schon als Jungtier von Menschenhand aufgezogen und im Training zu vollkommen artwidrigen Kunststückchen  gezwungen. Vor allem bei gefährlichen Großtieren geht das nur mit Bestrafung durch Schläge und Zwangsmaßnahmen, damit sie dem schwächeren Menschen auch Folge leisten.  Dass die Tiere bei dieser „Ausbildung“ Schmerzen erleiden ist den Zirkusleuten egal. In ihrer  Scheinwelt mit Glitzerkostümen und aufgesetztem Vergnügen zählt letztendlich nur der Profit.

Doch nicht nur die oft brutalen Ausbildungsmethoden quälen die Zirkustiere. Vor allem die Haltung ist für die meistens exotischen Wildtiere eine Zumutung. Elefanten werden nachts in ihren winzigen Zelten angekettet, dass sie nicht weglaufen können, Seelöwen müssen mit  kleinen Planschbecken vorlieb nehmen, statt die großen Meere zu durchqueren.

Fast alle Zirkustiere leiden so stark unter den Haltungsbedingungen, dass sie Verhaltensprobleme entwickeln.

Längst sind auch schon anerkannte Sachverständige, darunter Tierärzte und Ethologen, zu dem Fazit gekommen, dass eine artgerechte Haltung bestimmter Tierarten, wie beispielsweise Bären oder Affen im Zirkus nicht möglich ist und fordern ein Haltungsverbot.

Denn immer wieder werden selbst die vom Bundesverbraucherministerium festgelegten Mindestanforderungen für Zirkustiere nicht eingehalten. Wenn an vielen Gastspielorten aus Platzmangel oder Sicherheitsgründen die vorgeschriebenen Auslaufgehege nicht aufgebaut werden können, müssen die Tiere eben die ganze Zeit über  in ihrem engen Käfig- oder Stallwagen bleiben.

Nicht nur in den bekannten großen Zirkusunternehmen, sondern vor allem in den zahlreichen Kleinzirkussen kommt es immer wieder zu gravierenden Tierschutzproblemen. Das beginnt mit vernachlässigten und kranken Tieren, geht über einzeln gehaltene Elefanten, rein zu Showzwecken mitreisenden Bären oder Affen in völlig unzureichenden Käfigen oder Anhängern bis hin zum lukrativen Nebengeschäft mit Jungtieren aller Art. In der Spielzeit finden Vorführungen meist nur an den Wochenenden an ständig wechselnden Standorten statt - wo und wie die Tiere jeweils in der Zwischenzeit untergebracht und versorgt werden, entzieht sich den Kontrollen.

Aber selbst wenn die zuständigen Behördenvertreter bei besonders drastischen Missständen durchgreifen und Tiere wegnehmen wollen, müssen sie die Zirkusse in Ermangelung einer anderweitig geeigneten Unterbringung oft weiterziehen lassen.

Ein besonderes Problem stellen häufig kleinere Zirkusse dar, die am Rande des Existenzminimums stehen. Nicht nur, dass die Versorgung der Tiere hier oft nicht ausreichend gewährleistet ist, oft bleibt gegen Winter hin sogar der gesamte Zirkus einfach „liegen“. In Ermangelung eines Winterquartiers fällt die Versorgung des Familienbetriebs samt seiner Tiere dann über die Wintermonate in die Zuständigkeit der jeweils betroffenen Gemeinde.

Einige Städte versuchen sich inzwischen auf anderem Weg zu behelfen. Da das Tierschutzrecht hier anscheinend einem Papiertiger gleicht, berufen sich einzelne Städte nicht mehr nur auf die sich ständig wiederholenden tierschutzrelevanten Missstände, sondern zusätzlich auf die potentielle Gefahr für die Öffentlichkeit durch mitgeführte Wildtiere. Mit dieser Argumentation ist es schon einigen Städten gelungen, Zirkusunternehmen im Voraus zu verbieten, bestimmte Tierarten überhaupt mitzubringen.

Wichtig wäre aber, dass die Bundesregierung das Mitführen von Wildtieren endgültig verbietet.

Solange das nicht der Fall ist, können aber auch sie etwas tun: Besuchen sie keine Zirkusveranstaltungen mit Wildtieren, berichten sie Familie und Freunden von den Missständen und beschweren sie sich bei ihrem Bürgermeister und der Gemeinde, wenn Zirkusse mit Wildtieren in ihre Stadt kommen.