Wildtierhilfe

Wann benötigt ein Wildtier Hilfe?


Werden verletzte oder stark abgemagerte Wildtiere aufgefunden, benötigen sie menschliche Hilfe, um länger anhaltende Schmerzen oder Leiden zu vermeiden (Tierschutzgesetz § 1). Bei jungen Wildtieren ist die Entscheidung schwieriger, bitte beobachten sie zuerst, ob das Jungtier wirklich alleine und hilfsbedürftig ist - leider ist gut gemeint hier manchmal das Falsche. Genauere Informationen finden Sie in unserer unten verlinkten Pressemeldung.


Wird ein hilfsbedürftiges Wildtier im Tierheim oder bei einem Tierschutzverein abgegeben, wird ihm dort natürlich geholfen – fast ausschließlich auf Kosten des Tierschutzvereins, denn Unterstützung oder Gelder von öffentlicher Seite erhalten die Tierschützer kaum. Um die für Wildtiere in Baden-Württemberg geleistete Arbeit durch die Tierschutzvereine und Tierheime sichtbar zu machen, hat der Landestierschutzverband B.W. in 2018 eine Umfrage bei seinen Mitgliedsvereinen und Tierheimen durchgeführt. Diese Umfrage „blanco“, die Auswertung der Umfrageergebnisse und die anschließende Pressemeldung zum Thema finden Sie im Folgenden verlinkt:


Umfragebogen Wildtiere


Auswertung Umfrage Wildtiere


Pressemeldung: Wer zahlt für Wildtiere in den Tierheimen?


Pressemeldung: Bitte keine vorschnelle Hilfe bei jungen Wildtieren!

 

Wildtiere gehören in die Natur – eigentlich. Da wir Menschen die natürlichen Flächen ständig weiter reduzieren und mit unserer Kultur überlagern, kommt es immer wieder zu Situationen und Zwischenfällen, in denen verletzte Wildtiere oder verwaiste Jungtiere aufgefunden werden.
Damit es keine Ordnungswidrigkeit oder Straftat darstellt, ein Wildtier aus der Natur zu entnehmen, muss es hilfsbedürftig, im Regelfall also verletzt oder krank sein. Eine dauerhafte „Aneignung“ von Wildtieren ist prinzipiell verboten! Die Entnahme von Wildtieren aus der Natur ist im Bundesnaturschutzgesetz  (BNatSchG § 45 Abs 5)* und  im Bundesjagdgesetz  (BJG § 22a) geregelt.


Wenn Sie in die Situation kommen, einem offensichtlich hilfsbedürftigen Wildtier zu begegnen, empfehlen wir, schnellstmöglich Kontakt zum nächstgelegenen Tierschutzverein oder Tierarzt aufzunehmen – sowohl die „richtige“ Entscheidung als auch die Versorgung von Wildtieren sind nicht unkompliziert. Auch muss bei Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen, der Jagdpächter informiert werden.

 

*BNatSchG (zuletzt geändert durch Art. 1 G v. 15.9.2017), §45 Abs. 5: Abweichend von den Verboten des § 44 Absatz 1 Nummer 1 sowie den Besitzverboten ist es vorbehaltlich jagdrechtlicher Vorschriften ferner zulässig, verletzte, hilflose oder kranke Tiere aufzunehmen, um sie gesund zu pflegen. Die Tiere sind unverzüglich freizulassen, sobald sie sich selbständig erhalten können. Im Übrigen sind sie an die von der für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörde bestimmte Stelle abzugeben. Handelt es sich um Tiere der streng geschützten Arten, so hat der Besitzer die Aufnahme des Tieres der für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörde zu melden. Diese kann die Herausgabe des aufgenommenen Tieres verlangen.