Artenschutz heimische Wildtiere

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In Deutschland gibt es viele heimische Wildtiere Viele Tierarten sind  außerdem vom Aussterben bedroht, denn  ihnen fehlt der passende Lebensraum. Durch die stetig wachsende  Landwirtschaft und den Ausbau von Straßen und Wohngebieten werden enorm große Flächen Land in Anspruch genommen, Wildtiere und Natur werden immer mehr zurückgedrängt.

Beispiel Streuobstwiesen: nirgendwo in Deutschland gibt es so viele Streuobstwiesen wie in Baden-Württemberg, ca. 100.000 Hektar. In den letzten 70 Jahren nahm der Bestand an Streuobstwiesen allerdings um ca. zwei Drittel ab.

Es ist eine Besonderheit dieser Kulturlandschaften, dass sie ohne bestimmte Pflegemaßnahmen durch den Menschen ihre Bedeutung als ökologische Nische für 3.000 Tier- und 450 Pflanzenarten verlieren. Das besondere an diesen Lebensräumen ist die besondere Kombination aus  freistehenden („gestreut“ stehenden), chemisch unbehandelten, hochstämmigen Obstbäumen und extensiv bewirtschaftetem Grünland[1], wodurch artenreiche Magerwiesen entstehen.

Zum einen sind es die Obstbäume selbst, die Lebensraum für eine ganze Reihe der verschiedensten Tierarten bieten, die auf der Roten Liste stehen.

So nisten in den Astlöchern und Kronen dieser Bäume eine Vielzahl, zum Teil stark gefährdeter Vogelarten – wie Steinkauz, Bunt- und Grünspecht. Auch Fledermäusen dienen die Bäume als Quartier und sie finden dort einen reich gedeckten Tisch in Form zahlreicher Insektenarten. Dasselbe gilt für den Garten- und den Siebenschläfer. Am Boden und im Wurzelbereich schließlich leben Kleinsäuger, wie zum Beispiel Igel und verschiedene Mäusearten, denen u. a. das Fallobst Nahrung gibt.

Entscheidend ist: erst mit zunehmendem Alter wächst das Angebot an natürlichen Brut- und Schlafplätzen, zum Beispiel in den Astlöchern dieser Bäume und damit ihr ökologischer Wert.

Aber um überhaupt alt werden zu können (ein Ertrags- und Lebensalter von bis zu 100 Jahren ist möglich), müssen diese Obstbäume regelmäßig geschnitten werden.

Auch die wildkräuterreichen Magerwiesen gehören zu einem intakten „Lebensraum Streuobstwiese“, denn sie sichern das Überleben vieler, zum Teil seltener Tierarten. Zu nennen sind hier eine Vielzahl von Schmetterlingen, Wildbienen und Reptilien.

Die Wiesen bieten also vielen Tieren ein Zuhause. Durch die Nutzung des Landes für die Agrarwirtschaft gehen diese Lebensräume aber verloren. Die Folge ist der enorme Rückgang mancher Tierarten, oder sogar das Aussterben. Zu den gefährdeten einheimischen Säugetierarten gehören unter anderem der Luchs, die Wildkatze, der Biber oder der Feldhase.