Rinder

Rinder können circa 15 Jahre alt werden, es sei denn, sie wachsen in einem Mastbetrieb auf, denn dann sind sie bereits nach 15 Monaten tot. Milchkühen ergeht es nicht wesentlich besser. Durch die hohe Leistung, die sie erbringen müssen, werden sie kaum fünf Jahre alt. Sowohl Milchkühe, als auch Mastrinder werden in konventionellen Betrieben in Deutschland nicht artgerecht gehalten. Sie leben oft noch auf Spaltenböden, durch den Kot und Urin zum Teil durchgetrampelt werden. Wenn sich die Tiere ausruhen wollen, müssen sie in ihren eigenen Exkrementen liegen. Die Gase, die durch die Ausscheidungen der Tiere entstehen, schädigen die Atemwege der Rinder, der harte Boden führt zu Verletzungen. Viele Ställe sind eng, dunkel und überfüllt. Die meisten Rinder müssen ihr Leben dort fristen, ohne jemals frische Luft oder Tageslicht gesehen zu haben.

Dabei benötigen Rinder viel mehr für ein tiergerechtes Leben: Bewegungsspielraum, eine eingestreute Liegefläche, Zugang zu einer Weide, einen Rückzugsort, mehrere Futterplätze und Futter, das die Tiere wiederkäuen können. Außerdem sind Rinder Herdentiere, die den Kontakt ihren Artgenossen dringend brauchen, sie sind sehr sensibel und schlau. Innerhalb der Herde stellen die Tiere eine Rangordnung her.

In den meisten Mast- und Milchställen sind es viel zu viele Tiere, als dass sich eine Rangordnung ergeben könnte. Das Sozialverhalten ist oft schwer gestört, besonders, wenn die Tiere – was leider immer noch möglich ist - dauerhaft im Stall angebunden oder in winzigen Boxen eingesperrt sind. Auch in Baden Württemberg sind vor allem Milchkühe, aber auch Mastrinder  von diesem Schicksal betroffen. Viele Milchkühe stehen dabei  noch wie im letzen Jahrhundert ihr Leben lang dauerhaft angebunden nebeneinander in niedrigen Ställen und können sich nur hinlegen und wieder aufstehen.  Umdrehen oder Laufen ist nicht möglich und sogar wenn sie abkalben bleiben sie angebunden. Die Tierer können so ihren natürlichen Bedürfnissen in keinster Weise nachgehen. Als Folgen dieser Haltung entstehen Verletzungen und Verhaltensstörungen.

Hinzu kommt, dass die Rinder über die gezielte Zucht auf Höchstleistungen inwischen widernatürliche Milchmengen geben oder Fleischansatz zeigen. Bei den Milchkühen bedeutet das, dass sie zweimal täglich gemolken werden müssen und auf hochhaltiges Zusatzfutter angewiesen sind um im Jahr circa 8.000 Liter Milch zu produzieren. Für die Kühe ist das eine enorme körperliche Belastung. Können die Kühe diese Leistung nicht mehr erbringen, werden sie geschlachtet, denn der Unterhalt einer solchen eine Kuh ist dann nicht mehr wirtschaftlich.

Die Mastrinder müssen ähnlich grauenvolle Leistungen erbringen. Ihr „Lebensziel“ ist die Gewichtszunahme. Innerhalb kürzester Zeit sollen die Tiere möglichst viel an Gewicht und Muskelmasse zunehmen. Das Futter, das sie erhalten, ist auf Grund dessen sehr nährstoffreich, ihre Bewegung sehr eingeschränkt. Nach nur einigen Monaten haben sie das gewünschte Schlachtgewicht erreicht.

Ein Bolzenschuss in den Kopf betäubt die Rinder beim Schlachter. Durch die enorme Verletzung des Gehirns fällt das Rind um, vorausgesetzt der Schuss saß an der richtigen Stelle. Oft genug ist das jedoch nicht der Fall und das Rind ist nicht ausreichend betäubt. Den meist im Akkord bezahlten „Kopfschlächtern“ ist das egal. Das Rind wird trotzdem am Schlachtband aufgehängt, um ihm die Kehle durchzuschneiden. Gerade im Bereich Schlachthof fehlt es vielfach an Kontrolle und vor allem Zeit, wie zahllose Dokumentationen in trauriger Weise belegen.

Unterstützen sie dieses Leid nicht und verzichten sie entweder ganz auf Fleisch oder erwerben sie nur Fleisch, das aus einer biologischen Haltung kommt.