Enten und Gänse

Man findet sie an fast jedem Gewässer: Enten und manchmal auch Gänse. Sie leben in kleinen Gruppen und suchen sich nur zur Paarungszeit einen festen Partner.

Schon ihre ausgeprägten Schwimmfüße charakterisieren sie als Wasservögel, für die das Wasser essentiell zum natürlichen Lebensraum gehört.

Enten und Gänse, die in konventionellen Mastbetrieben gehalten werden, sehen dagegen in ihrem ganzen Leben keinen See oder Fluss. Enten- und Gänsefleisch wird gerne gegessen. Deswegen werden die Tiere in enge Käfige oder geschlossenen Hallen gesperrt und als Masttiere gehalten. Das Ziel der Mastbetriebe auch hier wieder: so schnell es geht große Mengen an Fleisch bekommen! Für die Tiere bedeutet das eine große Qual. Innerhalb von sechs bis zehn Wochen werden die Tiere so gemästet, dass sie zum Teil kaum noch laufen können. Die Knochen und Gelenke können das hohe Gewicht nicht mehr tragen. Die Enten und Gänse haben keinen Zugang zu einem Gewässer und können ihr arttypisches Verhalten nicht im Geringsten ausüben. Der Stallboden besteht meist aus Gittern, an denen sich die Tiere verletzen. Außerdem sind die Tiere oft eine Gefahr für ihre Artgenossen. Auf Grund der schlechten Haltung entwickeln sie Verhaltensstörungen und beginnen, die anderen Vögel zu verletzten. Um die Tiere voreinander zu „schützen“, werden den Enten und Gänsen die Krallen und Schnäbel gekürzt. Vor allem das Amputieren des Schnabels führt bei den meisten Tieren zu dauerhaften Schmerzen.

Neben dem Fleisch sind viele Betriebe auch hinter den Federn der Tiere her. Die werden später für Decken, Kissen oder Kleidung benötigt. Entenfedern werden erst nach der Schlachtung gewonnen. Innerhalb der EU ist es eigentlich inzwischen verboten Gänse zur Daunengewinnung bei lebendigem Leib  die Federn auszureißen. Vor allem in Ungarn und Polen werden Gänsen aber immer noch illegal auch lebend die Federn ausgerupft, und das mehrmals pro Jahr.  Eine entsetzliche Qual für die Tiere, die immer blutig abläuft. Hauptimporteur für Gänsedaunen ist inzwischen China. Die dortigen Methoden entziehen sich jeglicher Kontrollvorgaben. In Deutschland ist das zwar nicht erlaubt, die nicht artgerechte und qualvolle Haltung der Tiere aber schon. Es  gibt keine verbindlichen Vorgaben oder Gesetze für die Haltung von Wassergeflügel.

Noch schlimmer ergeht es Enten und Gänsen, bei denen man es später auf die Leber abgesehen hat. „Foie Gras“, zu Deutsch „Stopfleber“, gilt als Delikatesse. Die Leber soll möglichst groß und fett sein. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Tiere grausam zwangsgemästet. Mehrmals am Tag stoßen Mitarbeiter den Tieren ein 50 Zentimeter langes Rohr in den Rachen und pumpen ihnen den Futterbrei in den Magen. Bei dieser Prozedur wird oft die Speiseröhre der Tiere verletzt. Die Tiere haben unglaubliche Schmerzen, können kaum noch atmen und stehen. Nach 21 Tagen ist die Leber des Tieres dann bis zu zehn Mal größer als eine normale Gänseleber. Diese krankhaftvöllig verfettete Leber wird dann als Spezialität verkauft. Bei uns in Deutschland ist das Stopfen der Enten und Gänse verboten. Trotzdem haben viele Restaurants immer noch „Stopfleber“ oder Gänseleberpastete  auf ihrer Speisekarte stehen. Das Fleisch wird aus anderen Ländern importiert und dann hier angeboten. Wichtig ist deswegen, auf das Verzehren solcher Angebote zu verzichten. Informieren sie Familie und Freunde über die schrecklichen Haltungsmethoden, sprechen sie Restaurantbetreiber an, die „Stopfleber“ verkaufen, und fordern sie sie auf, dieses Gericht von der Karte zu nehmen.

Auch zu anderen Angeboten von Enten oder Gänsefleisch sollten sie „Nein“ sagen. Ebenso sollten keine Decken, Kissen oder Kleidung gekauft werden, bei der nicht 100 Prozent klar ist, woher die Federn stammen. Seien sie aufmerksam und unterstützen sie diese Form der Tierquälerei nicht!