Exoten

Wenn von Haustieren gesprochen wird, denken die meisten an Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen oder Wellensittiche. In den letzten Jahren gewinnen aber auch immer mehr exotische Mitbewohner an Beliebtheit – zum Leid der Tiere.

Mit nur wenigen Klicks ist es leicht, über das Internet an exotische Tiere zu kommen. Als Exoten werden Tiere bezeichnet, die nicht in Deutschland heimisch sind und nicht als domestiziert gelten: Angeboten werden zum Beispiel Chinchillas, Papageien,  Sugarglider und sogar Äffchen oder zahlreiche Echsen und Schlangen. Auch in vielen Zoohandlungen oder auf Tierbörsen gibt es inzwischen Exoten für wenig Geld.

Bei all den Angeboten im Internet oder im Handel wird nicht nachgeprüft, wie die Tiere nach dem Kauf gehalten werden. Viele unterschätzen deswegen die Bedürfnisse, die ein exotisches Tier mit sich bringt. Diese Tiere sind nämlich nicht an das Zusammenleben mit Menschen gewöhnt und nicht dafür geeignet in kleinen Käfigen oder Terrarien zu leben.

Exoten haben hoch spezielle Anforderungen an ihre Umwelt, die nur in den seltensten Fällen erfüllte werden können. So brauchen Papageie beispielsweise ausreichend Platz, um fliegen zu können, eine geeignete Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Lichtqualität. Die Vögel haben außerdem ein ausgeprägtes Sozialverhalten und brauchen unbedingt Gesellschaft von Artgenossen.

Auch bei Chinchillas, Degus und Rennmäusen, die als Haustiere erst neuerdings in Mode gekommen sind, reichen die kleinen Käfige bei weitem nicht aus!

Ein großes Problem bei der Haltung von Reptilien entsteht, wenn die endgültige Größe und das Alter der Tiere vor dem Kauf nicht richtig eingeschätzt wurden. So können kleine Wasserschildkröten so groß wie ein Teller werden und manche Leguane bis zu zwei Meter lang. Einige Schildkröten können rund 100 Jahre alt werden. Auch die Fütterung vieler Reptilien ist hochanspruchsvoll. Manche Schlangenarten bspw.  nehmen nur Lebendfutter an. Tote Küken, Mäuse oder Ratten werden dann als Futter nicht akzeptiert. Wird Lebendfutter verwendet, bedeutet das für die Tiere, die verfüttert werden, unglaublichen Stress und manchmal einen langen, qualvollen Tod. Auch die Tiere, die als Schlangenfutter dienen sollen, müssen vor der Fütterung artgerecht gehalten werden. Deswegen ist die Haltung solcher Schlangen aus Sicht des Tierschutzes nicht zu vertreten.

Was viele ebenfalls nicht wissen: oft sind die angebotenen Tiere Wildfänge, weil sich ihre Nachzucht entweder nicht lohnt oder aber nicht klappt. Somit wird mit dem Kauf bestimmter Vögel, Fische oder Reptilien der Raubbau der Natur in den Ursprungsländern unterstützt. Manche Arten sind deshalb bereits bedroht. Ganz zu schweigen davon, dass nur ein winziger Bruchteil der Wildfänge die lange Tortur vom Fangen aus der freien Wildbahn über den Aufenthalt bei diversen Zwischenhändlern und die langen Transportwege überhaupt überlebt. Die meisten sterben schon vorher.

Werden Exoten trotzdem gehalten, erfordert das ein großes Maß an Wissen und ein ausreichendes Budget, denn die Ausstattung für exotische Tierarten ist sehr teuer, denn durch die besonderen Anforderungen der Exoten an ihre Terrarien und Aquarien fallen hohe Betriebskosten an. Neben der Grundausstattung für die aufwändigen Terrarien, Aqua-Terrarien und Aquarien kommen hohe Strom- und Heizkosten hinzu.

Generell ist von der Haltung exotischer Tiere deswegen abzusehen. Auch die Tierheime geraten bei der Aufnahme von exotischen Heimbewohnern an ihre Grenzen. Die Chance, die Tiere erfolgreich weiterzuvermitteln, ist sehr gering.