Animal Hoarding

Der Alptraum von Tierfreunden - eine Wohnung voller verwahrloster Tiere, es stinkt nach Urin, überall liegen Kot, Schmutz und tote Tiere.  Fälle von sogenanntem „Animal Hoarding“, was übersetzt „Tiersammel-Sucht“ heißt, kommen immer öfter vor. Die Tierbesitzer sind psychisch krank, sie sammeln und vermehren immer mehr und mehr Tiere, realisieren aber nicht, dass die Tiere bei ihnen leiden und aufgrund vollkommen falscher oder fehlender Versorgung zugrunde gehen.

Durchschnittlich haben die „Tier-Sammler“ 105 Tiere bei sich zu Hause (oft auch verschiedene Arten). Meistens wissen sie aber gar nicht genau, um wie viel Tiere es sich handelt. Die Besitzer verlieren den Überblick. Trotzdem sind sie der Auffassung, dass es den Tieren bei ihnen gut geht. Die meisten Animal Hoarder halten Kleintiere, Katzen und Hunde. Besonders bei Kleintieren ist die Gefahr groß, dass es zu schlimmen Missständen kommt. Charakteristisch für Animal Hoarder: sie haben kaum noch soziale Kontakt, ziehen sich in ihre Wohnung zurück und lassen keinen Besuch mehr zu. Einzig der beißende Geruch lässt viele Animal Hoarder „auffliegen“.

Die Vernachlässigung ist erschütternd. Die hygienischen Zustände sind meist katastrophal, die  betroffenen Tiere bekommen nur unregelmäßig – oftmals ungeeignetes - Futter, vermehren sich unkontrolliert und fressen sich zum Teil sogar selbst an. Die Folge: Inzucht, zahlreiche unterernährte und kranke Tiere - ohne tierärztliche Versorgung infizieren sich die Tiere wegen der schlechten hygienischen Bedingungen mit Krankheitserregern. In besonders schlimmen Fällen sterben die kranken Tiere und verwesen in der Wohnung.

Für die Tiere eine unerträgliche Situation. Doch leider sehen die meisten Animal Hoarder ihr Problem nicht ein. Sie sind krank. Sie brauchen psychologische Hilfe und müssten sich dringend in eine Therapie begeben. Auch die Tiere brauchen danach eine oft kostspielige und langwierige Behandlung. Sie müssen langsam aufgepäppelt werden und es entstehen hohe Tierarztkosten. Vor allem die große Anzahl der auf einen Schlag unterzubringenden Tiere ist schwierig. Für viele Tierheime stellt dies eine große Herausforderung dar, die in der Regel nur mit überregionaler Koordination – beispielsweise über den Landesverband – und unter Mithilfe anderer Tierheime - gestemmt werden kann.

Um den Tierhaltern und vor allem den Tieren zu helfen, ist es wichtig, aufmerksam zu sein. Hält ein Nachbar, Bekannter oder ein Familienmitglied mehrere Tiere, ist es sinnvoll, in Erfahrung zu bringen, ob die Tiere artgerecht gehalten werden. Nicht ungewöhnlich und in der Regel bedenkenlos ist die Haltung von bis zu drei Hunde, vier Katzen oder fünf Nagern. Besteht Zweifel an der Haltung,  ist es empfehlenswert,  sich zur Sicherheit an einen lokalen Tierschutzverein oder das Veterinäramt beziehungsweise den Tierschutzverband zu wenden. Anzeigen können auch anonym gemeldet werden. Die nicht artgerechte Haltung von Tieren verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Auch wenn es nicht immer leicht fällt,  solch einen Fall zu melden, die Tiere leiden sehr und verdienen eine Chance auf ein tiergerechtes Zuhause.