Zoos - ein Leben hinter Gittern


 affe2Zugegeben, Zoologische Gärten können schon einen besonderen Reiz ausstrahlen. Wo sonst kann man viele verschiedene Tierarten, die es in unseren Breiten normalerweise nicht gibt, auf so engem Raum "live" anschauen.

Aber...

 


wussten Sie, dass

in jedem Zoo alljährlich bei fast jeder Tierart Nachwuchs "produziert" wird??

Sicher ist es eine besondere Attraktion, die Jungtiere beim Aufwachsen zu beobachten. Aber was wird aus Ihnen, wenn sie ausgewachsen sind?

Gerade die männlichen Tiere werden bei den meisten Arten bald aus ihrer Herde oder Familie ausgestoßen. Zudem sind die Gehegegrößen natürlich nicht beliebig ausdehnbar,
Fazit:
die Jungen müssen weg. Jedes Jahr wieder.

Da die wenigsten Zoo-Tierarten in einem sogenannten Artenerhaltungsprogramm aufgenommen sind (Zucht von Tieren, die in Ihrem Bestand als extrem gefährdet eingestuft werden) droht ihnen meist ein unsicheres Schicksal.
Entweder sie werden überregional verkauft (beispielsweise an andere Zoos, Tierparks, Tierhändler oder Zirkusse) oder kurzerhand getötet. Dabei ist der Tod oftmals das bessere Schicksal, denn gerade im Ausland hat der Tierschutz keinen hohen Stellenwert. Die Tiere vegetieren in viel zu kleinen Käfigen vor sich hin und dienen nur noch schaustellerischer Geldmacherei.

 

Wussten Sie, dass

auch in unseren deutschen Zoos viele Tiere nicht artgerecht gehalten werden (können)??

Die diesbezüglichen gesetzlichen Richtlinien beschränken sich auf absolut minimalistische Vorgaben, die aus Tierschutz-Sicht nicht zu akzeptieren sind.

Denn häufig werden exotische Arten gehalten, die aus ganz anderen Klimazonen kommen und an unsere Breiten überhaupt nicht angepasst sind. Oder bewegungsaktive Tierarten werden entgegen ihrer Bedürfnisse in viel zu kleinen Gehegen eingesperrt, scheue Tierarten haben keinerlei Versteckmöglichkeiten, Vögeln wird das Fliegen unmöglich gemacht etc. etc. Alles damit das Publikum auch etwas zu sehen bekommt für sein Eintrittsgeld.
Aber wollen wir das wirklich??

Ein paar Beispiele:
Müssen wir bei uns wirklich echte Eisbären zur Schau stellen? Eisbären, die in der Arktis leben, dort auf Futtersuche täglich viele Kilometer umherwandern, noch dazu als Einzelgänger.zoo-ebae

In unseren Zoos sitzen sie - im Sommer teilweise bei über 30° C - in falschen Gletscherlandschaften, wiegen gestört den Kopf hin und her oder plantschen stumpfsinnig im Wasser - sofern vorhanden ...

Bestehen Sie wirklich darauf Steppentiere im Zoo zu sehen, Tiere die in riesigen Herden in ihren Ursprungsländern alljährlich zum Teil tausende von Kilometern wandern? Diesen "Auslauf" kann ihnen kein Zoo bieten.

Müssen es wirklich Geparden sein, allen bekannt für Ihre Höchstgeschwindigkeiten, die sie beim Jagen entwickeln? Das ihnen angeborene Verhalten können sie im Zoo ganz gewiss nicht ausleben. Stattdessen verbringen sie ihr Leben im Dämmerzustand und erwachen aus ihrer Lethargie nur zu den Fütterungszeiten

Oder die Seehunde, die über 100 m tief tauchen und bis zu 35 km/h schnell schwimmen können. Der Zoo kann ihnen nur viel zu kleine Schwimmbecken bieten.

Ganz ähnlich geht es den Flusspferden - eigentlich ausgesprochene Weidetiere, die nachts an Land gehen um zu grasen, usw. usw. ... man kann die eigentlichen Lebensräume und -Ansprüche ja an den jeweiligen Schautafeln ablesen.

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Wussten Sie, dass

viele Zootiere verhaltensgestört sind, aufgrund ihrer nicht artgerechten Haltungsbedingungen??

Das Schaukeln mit dem Kopf bei Elefanten, Bären oder Giraffen etc. ist nicht etwa eine Begrüßungsgeste. Und das ständige Auf- und Abgerenne am Gitterzaun ist auch kein Ausdruck von Bewegungsfreude.

Das Lecken an Gitterstangen, das Hin- und Herwiegen des Körpers bis hin zum Ausreißen von Federn oder Fell sind alles deutliche Zeichen von schweren Verhaltensauffälligkeiten (Stereotypien) bzw. von massiven Verhaltensstörungen. Denn die Tiere können ihr arttypisches Verhalten nicht ausleben, sie haben fast keine Bewegungsmöglichkeit, kaum Beschäftigung und keinerlei Abwechslung.

 

Wussten Sie, dass

auch der schönste Schein manchmal trügt?

Wenn beispielsweise die fremdländischen Enten und Gänse, die Flamingos und Kraniche oder andere Schreitvögel im Zoogelände "fast frei" herumlaufen dürfen. Wie gesagt "herumlaufen", denn das Fliegen wurde ihnen für immer unmöglich gemacht, indem kurzerhand einer der Flügel amputiert wurde.
Denken sie daran, wenn sie das nächste Mal die Papageien auf einem Kletterbaum sehen ... fliegen können sie nie mehr.
Wollen wir diese Art von Zoo-Tierhaltung wirklich??zoo-flam

Als Argument wird meist der Erziehungswert für unsere Kinder angeführt, sie sollen doch die Möglichkeit haben "wilde Tiere" in natura zu sehen.
Aber sind wir doch mal ehrlich, was macht den Kleinen im Zoo denn am meisten Spaß? Beim Schulausflug ist es der schulfreie Tag, ansonsten der tolle Spielplatz, die kleine Eisenbahn oder die Bootsfahrt und dann vielleicht noch der Streichelzoo, wenn man die Tiere füttern darf.

 

 

 

Und wie hätten wir es denn gerne??

Eine von Grund auf neue und unserer Zeit angepasste Zoopolitik.

In der heutigen Zeit gibt es jede Menge Film- und Dokumentationsmaterial, welches die Tierwelt unseres Planeten anschaulich in jedes Wohn- oder Klassenzimmer bringen kann. Zudem sind wir inzwischen eine der reiselustigsten Nationen, wir können es uns jetzt "leisten" die diversen Tiere in großen Nationalparks direkt in ihrer eigentlichen Heimat anzusehen.
Wir plädieren für:

    eine drastische Reduktion der Tierarten in Zoos
    neue, großzügig angelegte und abwechslungsreiche Tiergehege
    also wenige Tierarten präsentieren, diese aber vorbildlich
    Geburtenregelung - Nachwuchs nur wenn auch sichergestellt ist, dass die Jungtiere ebenfalls gut untergebracht werden können
    nur Tierarten im Freigehege, die auch mit unserem Klima zurecht kommen
    keine Verstümmelungen als Anpassung an die Haltungs-Einrichtungen
    keine Wildfänge, es sei denn in ihrer Heimat ist ihr individuelles Leben ernsthaft bedroht
    keine gezielten "Raritätensammlungen"in den Zoos. Gerade Tiere der stark gefährdeten Arten dürfen nicht in jedem Zoo zur Attraktion werden wie ein seltenes Museumsstück.