Tierschutzjugend

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Förderung der Jugendgruppenarbeit

Im Tierschutz gibt es immer viel zu tun und jede helfende Hand kann gebraucht werden. Besonders Kinder und Jugendliche haben oft ein großes Herz für Tiere und wollen helfen, dass es allen Tieren gut geht. Genau das können sie auch bei vielen Tierschutzvereinen machen. Zum Landestierschutzverband Baden Württemberg gehören mittlerweile über 100 Tierschutzvereine. Viele bieten für engagierte Kinder eine eigene Tierschutzjugendgruppe an in der die Kids lernen mit Tieren umzugehen und durch verschiedene Aktionen aktiv Tierschutz zu betreiben. So werden zum Beispiel gemeinsam verschiedenes Spielzeug und Beschäftigungsmaterialien für Tierheimtiere gebastelt, Nisthilfen gebaut, Wildtiere beobachtet, vegetarische Kochideen umgesetzt und auch aktiv im Tierheim bei der Arbeit mitgeholfen.

Der Landesverband unterstützt die verschiedenen Tierschutzjugendgruppen mit Zuschüssen für geplante Projekte, kindergerechten Broschüren und vielem mehr. Einmal im Jahr wird ein dreitägiges Treffen organisiert, an dem sich die Tierschutzjugendgruppen der Mitgliedsvereine treffen.

Auch erwachsene Tierschützer können mithelfen, denn es werden immer tatkräftige Betreuer gesucht. Für die Helfer bietet der Landesverband regelmäßige Treffen zum Erfahrungsaustausch und weiterbildende Seminare an. 

Zudem werden durch den/die Jugendvertreter im Vorstand des Landesverbands regelmäßige Treffen für die Jugendgruppenleiter organisiert, um den Ideenaustausch untereinander und den landesweiten Zusammenhalt zusätzlich anzuregen und voranzubringen. Die bisherige Resonanz hier ist sehr vielversprechend und soll weiter ausgebaut werden.

Flyer für die Tierschutzjugendgruppen

Bei einem solchen Jugendleitertreffen entstand auch die Idee der gemeinsam gestalteten Jugendgruppen-Flyer. Der Landestierschutzverband sponserte den interessierten Jugendgruppen der angeschlossenenen Tierschutzvereine eigene Flyer, in denen Sie sich und Ihre Gruppe vorstellen können.

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Tierschutzjugendtreffen 2015 in Freiburg/Emmendingen

Tierschutzjugendtreffen 2014 in Heilbronn

Tierschutzjugendtreffen 2013 in Pforzheim

 

Häufige rechtliche Fragen

Was kann ich tun, wenn ich glaube, dass ein Tier schlecht behandelt wird?

In akuten und dringenden Notfällen wenden sie sich sofort an die Polizei und das örtliche Veterinäramt Das Veterinäramt ist dafür zuständig, dass das Tierschutzgesetz eingehalten wird. Notieren sie ihre Beobachtungen und versuchen sie jemanden zu finden, der die Situation bezeugen kann. Zusätzliche "Beweisfotos"  haben sich oft auch als sehr hilfreich erwiesen. Anzeigen können auch anonym angenommen werden. Ansonsten können sie sich auch erst einmal an den örtlichen Tierschutzverein wenden und ihr Problem dort schildern. Tierschutzvereine oder auch wir beraten sie gerne weiter.

Was mache ich, wenn ich ein Tier gefunden habe?

Wenn sie ein Heimtier gefunden haben, kontaktieren sie die Polizei und/oder den örtlichen Tierschutzverein. Ist das Tier sichtbar verletzt, bringen Sie es bitte sofort zum Tierarzt. Keine Angst – sie müssen auch nicht für die Rechnung dort aufkommen. Tierheime nehmen Fundtiere in der Regel  sofort auf. Wenn das Tier gechipt und registriert ist, kann der Besitzer auch schnell ausfindig gemacht werden.

Wenn sie ein junges Wildtier gefunden haben, braucht dieses meist nicht ihre Hilfe. Beobachten sie, ob es wirklich alleine ist. Nur, wenn es stark abgemagert oder verletzt ist, sollten sie einen nahegelegenen Tierschutzverein benachrichtigen. Bei Tieren, die dem Jagdrecht unterliegen sollte dann der Jagdpächter informiert werden.

Was kann ich tun, wenn ich mein Tier vermisse?

Schon vorher wichtig :

Lassen Sie ihr Tier kennzeichnen (Chip oder Tätowierung) und registrieren. Die entsprechenden Haustierregistereintragungen (z.B. Deutsches Haustierregister) sind kostenlos und haben schon tausendfach geholfen das geliebte Tier h schnell wiederzubekommen.

Ist ihr Haustier weg, machen Sie eine Vermisstenanzeige bspw. beim  Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes. Dort kann ihnen bei der Suche geholfen werden. Außerdem sollten sie bei der Polizei, der Feuerwehr und den umliegenden Tierheimen nachfragen, ob ihr Tier dort abgegeben wurde. Des Weiteren kann es helfen, wenn sie  Suchanzeigen In der örtl. Zeitung und Gemeindeblättern aufgeben. Hängen sie außerdem die Blätter mit Beschreibung des Tieres, einem Foto und ihren Kontaktdaten und einer ausgewiesenen Belohnung in der Umgebung auf.

Nachbarschaftsstreit

Oft kommt es zu Nachbarschaftsstreit, weil ein Hund zu laut bellt oder die Katze in den Garten macht. Generell ist es rechtlich vorgeschrieben, dass Haustiere art- und verhaltensgerecht  gehalten werden müssen, aber auch so dass die Nachbarn davon nicht gestört werden.

Lärmbelästigung durch anhaltendes Bellen: Oft bellen und jaulen Hunde weil sie viel zu lange alleine gelassen werden. Vor allem wenn der Hundehalter in Vollzeit berufstätig ist und den Hund den ganzen Tag alleine in der Wohnung zurücklässt ist das keinesfalls tiergerecht. Falls sich ein Nachbar gestört fühlt kann er verlangen, dass die Störung, also das Bellen, eingestellt wird. Als Störung gilt ein durchgehendes zehn minütiges Bellen oder zusammengezählt 30 Minuten am Tag. Der Hundebesitzer muss dann auf jeden Fall auf das Bellen seines Hundes reagieren.

Belästigung durch eine Katze im Garten: Es ist rechtlich vorgeschrieben, dass Nachbarn es hinnehmen müssen, wenn eine fremde Katze durch ihren Garten läuft. Lediglich bei mehreren Katzen, die den Garten benutzen, kann der Nachbar von einer Störung sprechen, die er nicht hinnehmen muss. Wenn eindeutig ist welche Katze den Garten betritt und dort Kothaufen hinterlässt kann der Tierhalter aufgefordert werden die Störung zu unterbinden. Das kann auch gerichtlich durchgesetzt werden.

Besser ist allerdings bei allen Nachbarschaftsstreitigkeiten die Angelegenheit versöhnlich zu regeln. Ein Streit vor Gericht kann schnell zu großen Aggressionen bei den beteiligten Personen führen und es ist nicht mehr rückgängig zu machen, wenn die Auseinandersetzung auf dem Rücken der Tiere ausgetragen wird.

Mietverhältnisse

Ein pauschales Tierhaltungsverbot in einem Mietvertrag ist rechtsungültig.

Trotzdem  findet sich  in fast jedem Mietvertrag Regelungen, ob Haustiere gehalten werden dürfen oder nicht. Die Haltung von Kleintieren wie Hamster, Kaninchen, Schildkröten oder Ziervögel darf nicht verboten werden, solange nicht zu viele Tiere gehalten werden. Wichtig ist bei der Anschaffung neuer Tiere, dass das je nach Mietvertrag mit dem Vermieter abgesprochen wird. Ist das Halten von bestimmten Tieren in der Wohnung ausdrücklich  verboten, und steht das auch so begründet im vom Mieter unterschriebenen Mietvertrag,  kann ihm eine Kündigung drohen. Lediglich wenn der Vermieter das Halten des Tieres, trotz Verbots, drei Jahre geduldet hat, tritt das Verbot außer Kraft.

Was ist laut dem Tierschutzgesetz verboten?

Ein Tier darf nicht (ohne vernünftigen Grund )getötet werden.

Einem Tier dürfen keine Schmerzen zugefügt werden.

Ein Tier darf nicht zu einer Leistung gezwungen werden, wenn es körperlich dazu nicht in der Lage ist.

Ein Tier darf nicht ausgesetzt werden.

Ein Wildtier, das durch den Menschen aufgezogen wurde, darf nicht einfach „ausgewildert“ werden, wenn es nicht an die Lebensumstände in freier Natur gewöhnt ist.

Ein Tier darf nicht als Preis für einen Wettbewerb ausgeschrieben oder verlost werden.

Ein Tier darf nicht zur Futteraufnahme gezwungen werden.

Ein Tier darf nicht auf ein anderes Tier gehetzt werden.

Tierversuche

3 Millionen Tiere werden jährlich in Deutschland als Versuchstiere gequält. Sie werden mit Krankheitserregern infiziert, ihre Köpfe mit Metallstangen fixiert, sie werden genetisch verändert, ihnen wird Gift gespritzt oder sie werden zerschnitten. Versuchstiere werden einerseits in der Grundlagenforschung verwendet aber auch bei der Entwicklung und Erprobung von neuen Medikamenten oder medizinischen Methoden sowie bei Giftigkeitsprüfungen und vorgeschriebenen Zulassungsverfahren von neuen Chemikalien und Substanzen jeglicher Art.

Baden-Württemberg ist trauriger Weise bei der Anzahl der verwendeten Versuchstiere pro Jahr im bundesweiten Vergleich ganz vorne dabei. Die letzten statistischen Zahlen der Bundesregierung von 2013 belegen es: mit 16,53% des gesamtdeutschen Tierverbrauch bzw. 495.339 Tieren liegt Baden-Württemberg damit auf Rang zwei der Negativliste, gleich hinter dem Bundesland mit den höchsten Versuchstierzahlen Nordrheinwestfalen.

Durchgeführt werden diese Versuche an Universitäten, Forschungslaboren oder bei Industrie- und  Pharmaunternehmen. Die  Tiere werden extra für diese Experimente gezüchtet, manche werden aber auch in freier Wildbahn gefangen und dann direkt ins Versuchslabor gebracht. Sie müssen ihr Leben in winzigen, sterilen Käfigen verbringen, haben kaum Beschäftigungsmöglichkeiten, werden im Tierversuch gequält und wenn sie nicht mehr gebraucht werden getötet.

Zu den „Forschungsobjekten“ - im Fachjargon redet man auch gerne von „Tiermaterial“ - zählen unter anderem, Ratten, Mäuse, Kaninchen aber auch Schweine, Hunde und Affen.

Kaninchen werden gerne als Versuchstiere verwendet, weil sie sehr empfindliche Augen haben. An ihnen werden beispielsweise Putzmittel auf ihre Verträglichkeit geprüft. Auch bei Hunden werden solche vorgeschriebenen Verträglichkeitstests gemacht. Außerdem testen die Mitarbeiter in den Laboren neue Medikamente oder Operationsmethoden an den Vierbeinern.

2014 erregten die Affenversuche in der Stadt Tübingen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Wie in vielen anderen Forschungseinrichtungen mit ähnlichem Versuchsaufbau wird auch am MPI Tübingen Grundlagenforschung betrieben. Im Gegensatz zur angewandten medizinischen Forschung und den gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungsverfahren ist in der Grundlagenforschung  eine klinische Anwendung der Versuchsergebnisse  oftmals auf Jahrzehnte  hinaus nicht absehbar. Umso fragwürdiger sind diese Affenversuche:

In aufwendigen Operationen werden Ihnen Elektroden ins Hirn gepflanzt. Bewegungsunfähig werden die Tiere dann stundelang in einem „Primatenstuhl“ fixiert um die  Ableitungen der Hirnelektroden störungsfrei messen zu können. Um die  Tiere  für die  Versuche gefügig zu machen, gibt man ihnen tagelang nichts zu trinken. Erst im Versuch, wenn sie sich kooperativ verhalten, bekommen sie ein paar Tropfen Flüssigkeit, meist Fruchtsaft, der den Durst noch steigert. Mit der  von   Forschern     oftmals   behaupteten    „Freiwilligkeit“    und „Bereitschaft“ der Tiere, bei den Versuchen mitzumachen, hat all das nichts zu tun. Ist dieses schreckliche Leid der Tiere ohne erkennbaren Grund wirklich gerechtfertigt und ethisch vertretbar?

Neben den Affen sind  Mäuse und Ratten die bei weitem häufigsten Versuchstiere - und das nicht zuletzt auch, weil viele Frauen eitel sind und faltenfrei sein wollen. Das hochtoxische Nervengift Botox ist bei den Schönheitsbehandlungen mittlerweile überall im Einsatz. Wenn es unter die Haut gespritzt wird, kommt es zu Muskellähmungen und die Haut glättet sich.  Was dabei ignoriert wird: Für diesen Schönheitseingriff müssen Jahr für Jahr zahllose Tiere qualvoll sterben. Denn Botox wird nicht mit einer Maschine hergestellt, sondern im Labor von lebenden Bakterien. Der Gehalt von Botox schwankt in den produzierten Einheiten sehr stark. Deshalb muss jede Charge einzeln auf ihre Giftigkeit getestet werden. Um festzustellen wie viel Botox in einer Einheit ist, wird den Mäusen das Gift in den Bauch gespritzt. Die Tiere sterben dann langsam vor sich hin, leiden an Atemnot, Sehstörungen und Lähmungserscheinungen.

Auch für die Wissenschaft haben die Versuche oft nicht den gewünschten Erfolg, denn viele bei Tieren getestete Stoffe wirken beim Menschen dann doch ganz anders. Die Ergebnisse aus Tierversuchen sind schwer auf den Menschen zu übertragen. So traten schon bei vielen Medikamenten Nebenwirkungen auf, obwohl diese nach den Tierversuchen als verträglich beschrieben wurden. Auch der medizinische Fortschritt verzögert sich oft durch Tierversuche, weil die Forschung sich auf die Untersuchungen an Tieren konzentriert, statt sich am Menschen zu orientieren, bei denen die Wirkung eigentlich „wichtig“ ist.

Zudem gibt es schon längst Methoden, die eine viel genauere und schnellere Analyse von wissenschaftlichen Fragen ermöglichen – ohne Tierversuche! So kann problemlos fast jedes menschliche Körpergewebe nachgezüchtet werden, um daran Chemikalien zu testen. Die Ergebnisse liefern dann eine viel sicherere Auskunft über die Verträglichkeit eines Medikaments. Doch die Entwicklung derartiger Alternativmethoden zu Tierversuchen wird politisch und auch von den Wissenschaftlern selbst weltweit immer noch viel zu wenig anerkannt und gefördert. Hier muss in den Wissenschaftseinrichtungen endlich ein Umdenken stattfinden und - weg vom „Tiermodell“ - endlich die Forschung an alternativen Testmethoden mehr im Fokus stehen.

Zirkustiere

Würden Sie für Tierquälerei Geld bezahlen?

Viele tun das indem sie Zirkusveranstaltungen besuchen. Eigentlich soll im Zirkus eine Welt voller Spaß, Lachen und Kunststücken gezeigt werden. Was man wirklich sieht sind vollkommen abgestumpfte Tiere, die ein Leben führen müssen, das ihren Ansprüchen nicht gerecht wird.

Die Tiere brauchen Bewegung in der freien Natur, wollen jagen und ihren natürlichen Bedürfnissen nachkommen. Im Zirkus müssen sie durch brennende Reifen springen, auf Fahrrädern fahren oder alberne Kostüme tragen. Was nach außen lustig und ganz einfach wirkt ist in Wahrheit nichts anderes als Tierquälerei. Um die Tiere an den Punkt zu bekommen an dem sie nur machen was der Mensch von ihnen will muss der Mensch den Willen des Tieres brechen. Kein Tiger würde von sich aus, ohne vorheriges „Training“, auf zwei Beinen hüpfen oder durch einen brennenden Reif springen. Die Tiere werden oft schon als Jungtier von Menschenhand aufgezogen und im Training zu vollkommen artwidrigen Kunststückchen  gezwungen. Vor allem bei gefährlichen Großtieren geht das nur mit Bestrafung durch Schläge und Zwangsmaßnahmen, damit sie dem schwächeren Menschen auch Folge leisten.  Dass die Tiere bei dieser „Ausbildung“ Schmerzen erleiden ist den Zirkusleuten egal. In ihrer  Scheinwelt mit Glitzerkostümen und aufgesetztem Vergnügen zählt letztendlich nur der Profit.

Doch nicht nur die oft brutalen Ausbildungsmethoden quälen die Zirkustiere. Vor allem die Haltung ist für die meistens exotischen Wildtiere eine Zumutung. Elefanten werden nachts in ihren winzigen Zelten angekettet, dass sie nicht weglaufen können, Seelöwen müssen mit  kleinen Planschbecken vorlieb nehmen, statt die großen Meere zu durchqueren.

Fast alle Zirkustiere leiden so stark unter den Haltungsbedingungen, dass sie Verhaltensprobleme entwickeln.

Längst sind auch schon anerkannte Sachverständige, darunter Tierärzte und Ethologen, zu dem Fazit gekommen, dass eine artgerechte Haltung bestimmter Tierarten, wie beispielsweise Bären oder Affen im Zirkus nicht möglich ist und fordern ein Haltungsverbot.

Denn immer wieder werden selbst die vom Bundesverbraucherministerium festgelegten Mindestanforderungen für Zirkustiere nicht eingehalten. Wenn an vielen Gastspielorten aus Platzmangel oder Sicherheitsgründen die vorgeschriebenen Auslaufgehege nicht aufgebaut werden können, müssen die Tiere eben die ganze Zeit über  in ihrem engen Käfig- oder Stallwagen bleiben.

Nicht nur in den bekannten großen Zirkusunternehmen, sondern vor allem in den zahlreichen Kleinzirkussen kommt es immer wieder zu gravierenden Tierschutzproblemen. Das beginnt mit vernachlässigten und kranken Tieren, geht über einzeln gehaltene Elefanten, rein zu Showzwecken mitreisenden Bären oder Affen in völlig unzureichenden Käfigen oder Anhängern bis hin zum lukrativen Nebengeschäft mit Jungtieren aller Art. In der Spielzeit finden Vorführungen meist nur an den Wochenenden an ständig wechselnden Standorten statt - wo und wie die Tiere jeweils in der Zwischenzeit untergebracht und versorgt werden, entzieht sich den Kontrollen.

Aber selbst wenn die zuständigen Behördenvertreter bei besonders drastischen Missständen durchgreifen und Tiere wegnehmen wollen, müssen sie die Zirkusse in Ermangelung einer anderweitig geeigneten Unterbringung oft weiterziehen lassen.

Ein besonderes Problem stellen häufig kleinere Zirkusse dar, die am Rande des Existenzminimums stehen. Nicht nur, dass die Versorgung der Tiere hier oft nicht ausreichend gewährleistet ist, oft bleibt gegen Winter hin sogar der gesamte Zirkus einfach „liegen“. In Ermangelung eines Winterquartiers fällt die Versorgung des Familienbetriebs samt seiner Tiere dann über die Wintermonate in die Zuständigkeit der jeweils betroffenen Gemeinde.

Einige Städte versuchen sich inzwischen auf anderem Weg zu behelfen. Da das Tierschutzrecht hier anscheinend einem Papiertiger gleicht, berufen sich einzelne Städte nicht mehr nur auf die sich ständig wiederholenden tierschutzrelevanten Missstände, sondern zusätzlich auf die potentielle Gefahr für die Öffentlichkeit durch mitgeführte Wildtiere. Mit dieser Argumentation ist es schon einigen Städten gelungen, Zirkusunternehmen im Voraus zu verbieten, bestimmte Tierarten überhaupt mitzubringen.

Wichtig wäre aber, dass die Bundesregierung das Mitführen von Wildtieren endgültig verbietet.

Solange das nicht der Fall ist, können aber auch sie etwas tun: Besuchen sie keine Zirkusveranstaltungen mit Wildtieren, berichten sie Familie und Freunden von den Missständen und beschweren sie sich bei ihrem Bürgermeister und der Gemeinde, wenn Zirkusse mit Wildtieren in ihre Stadt kommen.

Artenschutz im Garten und der Umgebung

Der Landestierschutzverband und seine Mitstreiter kümmern sich nicht nur um Heim- und Nutztiere, sondern auch um Igel, Vogel, Reh und Co., denn auch unsere einheimischen Wildtiere brauchen unsere Unterstützung.

„Ich glaube da ist ein Vogel aus seinem Nest gefallen und kommt nicht mehr rein“ – Oft kommt es vor, dass Menschen meinen, sie müssten Jungvögeln helfen, wenn sie anscheinend „mutterseelenallein“  auf dem Boden oder einem Ast sitzen. Viele denken, dass die Tiere aus ihrem Nest gefallen sind und nehmen sie guten Willens mit. Das ist leider nicht die richtige Methode, denn manche Jungvögel, wie Enten, Gänse, Schwäne, Wat- und Hühnervögel sind so genannte „Nestflüchter“ und verlassen ihr Nest unter Führung der Eltern schon als flaumige Winzlinge.

Andere Jungvögel sehen zwar allein gelassen aus, werden aber auch nach den ersten Flugversuchen außerhalb des Nests noch von  ihren Eltern versorgt. Auch so genannte „Nesthocker“ können – wenn sie fast ausgewachsen sind und schon ein vollständiges Federkleid besitzen - noch nicht sofort perfekt fliegen, sondern müssen das erst lernen. Doch so ein schreiender „Bruchpilot“ , der zeternd unterm Busch sitzt, signalisiert seinen Eltern mit seinem Geschrei nur wo er sich aufhält und wird von ihnen genau beobachtet und weiter gefüttert. Zu ihnen gehören Drosseln, Finken, Meisen und  Rabenvögel wie Segler, Eulen und Greifvögel.

Bei beiden Aufzuchtarten ist es nicht notwendig, die Kleinen mitzunehmen Nur falls die Jungvögel sich neben einer viel befahrenen Straße oder an einem anderen gefährlichen Ort befinden, sollten sie an eine sichere Stelle ganz in der Nähe – möglichst in „Hör- und Sichtweite“ der aufmerksamen  Elternvögel - umgesetzt werden. Sorgen um die weitere Versorgung der Eltern muss man sich i.R. nicht machen, denn die Eltern können den Geruch des Menschen nicht riechen und nehmen ihr Junges ohne Probleme wieder an. Ins Nest zurück gebracht werden sollten nur Vögel, die nicht zu den „Nestflüchtern“ gehören. Diese Arten haben noch kein ausreichendes Federkleid und sehen aus wie kurz nach dem Schlüpfen. Dieses Zurücksetzen sollte dann trotzdem ein Fachmann übernehmen.

„Die Vögel finden bestimmt jetzt im Winter nicht ausreichend Nahrung, ich gebe ihnen Futter“ – Diese Annahme ist richtig! Zwar argumentieren manche damit, dass durch die Nahrungsgabe des Menschen die natürliche Selektion gestört wird, aber die Lebensbedingungen der Vögel sind bei uns oft so schlecht, dass die Vögel Unterstützung gebrauchen können. Wichtig ist bei der Vogelfütterung nur die Art von Futter. Meise, Fink, Spatz, Kernbeißer, Dompfaff, Kleiber, Specht und Zeisig sind Körneresser. Das ideale Futter für sie sind Sonnenblumenkerne, Weizen, Hafer, Mohn, Leinsamen und zerkleinerte Erdnüsse.

Amsel, Drossel, Star, Rotkehlchen, Baumläufer, Heckenbraunelle, Wintergoldhähnchen und der kleine Zaunkönig essen lieber Beeren, wie Holunderbeeren, Vogelbeeren, Ligusterbeeren, Beeren des wilden Weins und des Weißdorns. Die Beeren sollten vor dem Winter gesammelt und getrocknet werden. Obst sollte den Vögeln nicht gefüttert werden.

Ein optimaler Futterort sind Bäume, in denen Vogelhäuschen aufgehängt werden können. Für beide Futterarten sollte je ein Futterhäuschen aufgehängt werden so, dass die verschiedenen Vogelarten sich nicht in die Quere kommen. Weitere Tipps zur artgerechten Winterfütterung von Vögeln erhalten Sie über die Geschäftsstelle des Landestierschutzverbandes.

„Der Igel sieht so klein und schwach aus, der übersteht den Winter sicher nicht!“ – Das stimmt nicht immer. Nicht jeder Igel, den an im Spätherbst trifft benötigt Hilfe.

Tipps, wie man hilfsbedürftige Igel erkennt, finden Sie hier (Link).

Grundsätzlich kann aber jeder seinen Garten igelfreundlich gestalten. Die kleinen, stacheligen Tierchen freuen sich beispielsweise sehr, wenn im Herbst  der ein oder andere Blätter- oder Reisighaufen vom Heckenschnitt einfach liegen bleibt. Für die Igel sind diese „Gartenabfälle“ nämlich der ideale Unterschlupf, um den Winter zu überstehen. Auch beim Zurückschneiden von Büschen sollte an die Igel gedacht werden. Denn auch unter den Pflanzen verstecken sie sich gerne.

Igel gehören zu den besonders geschützten Arten und dürfen deswegen nicht einfach mit nach Hause genommen werden. Mit den kleinen Hilfen können sie aber gut im Garten leben. Nur in äußerst kritischen Fällen, also wenn der Igel kurz vor Wintereinbruch weniger als 500g wiegt, kann der Igel zu Fachleuten ins Tierheim gebracht werden. Um dem Igel zu helfen ist es zudem auch erlaubt ihn bei der Futtersuche mit Hunde- und Katzendosenfutter, hartgekochten Eiern oder Haferflocken helfen.

Achtung: Igeln KEINE MILCH geben.

 „Oh, das arme Rehkitz liegt  hier ganz verlassen, das müssen wir retten“ –Das ist ganz und gar keine gute Idee. Rehe und Feldhasen beispielsweise lassen ihre Jungen, wenn sie noch klein sind, in Wiesen oder Feldern gut getarnt zurück und suchen sie nur zum Säugen auf. Zufällig entdeckte kleine Feldhasen oder Rehkitze sind also noch lange keine Waisenkinder. Hat man sie trotzdem angefasst und tragen sie menschlichen Geruch an sich werden sie vom Muttertier oft nicht mehr angenommen. Scheinbar hilflose Jungtiere sollten also – sofern sie nicht offensichtlich verletzt sind – in jedem Fall für einige Zeit beobachtet werden und zwar so, dass sich zurückkommende Muttertiere nicht gestört oder beunruhigt fühlen. Nur bei offensichtlich geschwächten, kranken, ausgehungerten, unterkühlten oder völlig durchnässten Jungtieren bzw. wenn sich tatsächlich kein Elterntier um die Kleinen kümmert – bspw. Weil sie überfahren oder getötet wurden - , ist es angebracht, die Tiere in menschliche Obhut zu nehmen. Um alle Wildtierarten möglichst wenig bei der Jungenaufzucht zu stören, ist es gerade im Frühjahr und Sommer wichtig, in der Nähe von Brutgebieten die Wald- und Wiesenwege nicht zu verlassen und Hunde zur Sicherheit an die Leine zu nehmen.

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    Landestierschutzverband fordert deutlich erkennbaren Tierschutz im neuen Wildtiermanagementgesetz

     

    Das Landesjagdgesetz ist schon lange nicht mehr zeitgemäß, werden hier doch aus Tradition fast ausschließlich die Interessen der Jagdausübenden geschützt und geregelt. Nach Ansicht eines großen Teils der Bevölkerung muss hier endlich ein Umdenken stattfinden. Neue Rahmenbedingungen müssen formuliert werden, die stattdessen den Erhalt der Natur und der bei uns lebenden Wildtiere zum vorrangigen Ziel haben.

    Gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund forderte der Landesverband die Landtagsabgeordneten der Regierungskoalition in einem Brief dazu auf, sich für ein zeitgemäßes Wildtiermanagementgesetz einzusetzen.

    Von einer neuen Gesetzgebung, die sich mit dem Umgang mit Wildtieren und den Einwirkungen auf deren Bestand befasst, erwarten Tierschützer zumindest die Umsetzung nachfolgender zentraler Punkte:

    1. Die Zahl der Tierarten, die als grundsätzlich oder potenziell bejagbar gelten könnten, muss deutlich verringert werden.

    2. Jagd darf in Naturschutzgebieten allenfalls erlaubt werden, wenn sie tatsächlich dem Schutzzweck dient.

    3. Jagd darf ausschließlich dann erlaubt werden, wenn dafür ein vernünftiger Grund i. S. des Tierschutzgesetzes vorliegt.


    4. Der Abschuss von Haustieren (Hunde, Katzen) muss eindeutig verboten werden. Es gibt genügend zumutbare Möglichkeiten, wildernde bzw. des Wilderns verdächtigte Haustiere von solchem Tun abzubringen, ohne diese Tiere zu töten.

    5. Die Verwendung von Totfang- und Totschlagfallen muss eindeutig verboten werden. Die mit deren Gebrauch i. d. R. verbundenen Schmerzen, Leiden und Schäden sind tierschutzwidrig.

    6. Die Verwendung von Lebendfallen muss für den jeweiligen Einsatz eine behördliche Genehmigung voraussetzen, die sowohl die Prüfung des Einsatzzwecks als auch des Fallentyps voraussetzt.

    7. Die Verwendung von Schrotmunition beim Schießen auf Vögel muss verboten werden. Insbesondere beim Schießen auf fliegende Vögel kommt es zu hohen Zahlen von Vögeln, die verletzt entkommen und dann lebenslang an diesen Folgen leiden oder jämmerlich sterben. Dieses Verursachen von Schmerzen, Leiden, Schäden ist tierschutzwidrig.

    8. Drück- und Bewegungsjagden müssen aus unserer Sicht verboten werden. Auch hier entstehen in hohem Maße vermeidbare Leiden, Schäden und Schmerzen, nicht nur bei dem gejagten, sondern auch beim nicht zu jagenden Wild, das durch die enorme Beunruhigung ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wird. Eine erforderliche behördliche Genehmigung, die mittels Vorgaben das Entstehen vermeidbarer Schäden, Leiden, Schmerzen sowie die Folgen der Beunruhigung gewährleistet, wäre die mindestens zu erwartende Maßnahme.

    9. Aus Tier- und teilweise auch aus Naturschutzsicht müssen die Wildtiere zumindest während der gesamten Hauptfortpflanzungs- und der Hauptaufzuchtzeiten geschont werden. Deshalb fordern wir eine Begrenzung der Jagdzeiten auf Oktober bis Dezember.

    10. Die Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Tieren muss uneingeschränkt verboten werden.

    11. Das Aussetzen von Tieren, um sie später zu bejagen, muss verboten werden.

    12. Die Baujagd muss verboten werden.

    13. Die Beizjagd muss verboten werden. Die tierschutzwidrigen Begleitumstände sowohl bei der Haltung der Greifvögel als auch beim unmittelbaren Jagdvorgang sind für die Erhaltung eines tierschutzwidrigen „Kulturgutes“ nicht zu rechtfertigen.

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