4. Oktober ist Welttierschutztag

02.10.2019 - 4. Oktober ist Welttierschutztag

Der stetig steigende Bedarf an Wohnflächen verringert immer mehr die natürlichen Gebiete, in welche Wildtiere sich zurückziehen können. Das Wildtier in seiner natürlichen Umgebung ist somit selten geworden, während Tiere als Begleiter in unserer menschengemachten Kulturlandschaft sich zunehmender Beliebtheit erfreuen – zumindest solange es für uns angenehm bleibt.

Huhn

 

Der Welttierschutztag geht zurück auf den Heiligen Franz von Assisi, den Schutzpatron der Tiere. Daher ist dieser Tag ein guter Anlass, selbst einmal Inne zu halten und sich über die Tiere, mit denen jeder in seinem Leben direkt oder indirekt zu tun hat, Gedanken zu machen: Einheimische Tiere wie Rotwild, Vögel, Füchse und Hasen, deren Ruhezonen und Rückzugsgebiete wir bei Spaziergängen und Wanderungen respektieren sollten. Insekten, deren sichtbare Abnahme uns in den letzten Jahren zum Nachdenken über die Konsequenzen unserer Lebensweise brachte. Sogenannte Nutztiere wie Kühe, Schweine, Schafe und Hühner, denen auch wir Städter zumindest durch unser Kaufverhalten Respekt zollen und bei tierischen Produkten auf deren Herkunft achten sollten. Heimtiere wie Hund, Katze, Kaninchen, Meerschweinchen und Vögel, deren Wohlergehen und Lebensqualität alleine von den Menschen abhängen, die sie bei sich aufgenommen haben.

„Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen, aber der Kern der Sache ist die Verantwortung, die wir Menschen den Tieren gegenüber haben und die wir in vielen Bereichen nicht bereit sind wahrzunehmen" so Stefan Hitzler, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg e.V. „Unser Umgang mit den Tieren spiegelt in gewisser Weise auch unsere gesellschaftlich-moralische Haltung wider und es ist wirklich erschreckend, wenn man sich unsere Gesetze ansieht, die das Schreddern von Eintags-Küken, die Haltung von Sauen in Kastenständen, ein Leben lang angebundene Rinder oder zusammengepferchtes Geflügel ermöglichen".

Auch auf den Stellenwert der Tierheime und die ehrenamtliche Arbeit der Tierschützer weißt Hitzler hin. Seiner Meinung nach wird die Arbeit und der Aufwand viel zu wenig gewürdigt. Die finanzielle Unterstützung der Tierheime durch die Kommunen für die Versorgung abgegebener oder ausgesetzter Haustiere, sowie verletzter Wildtiere ist deutlich zu gering. Auch die Tragödie der freilebenden Katzen wird erst dann interessant, wenn ihre Zahl in einem Gebiet, wie es heißt, die „Sicherheit der öffentlichen Ordnung" gefährdet. Die eigentlich zuständigen Kommunen lassen die regionalen, meist vereinsgeführten Tierheime hier oftmals am langen Arm verhungern, denn die Tierheime handeln schon lange vor den Behörden aus der eigenen moralischen Verpflichtung heraus. Der damit verbundene finanzielle Aufwand schwächt die vereinsgeführten Einrichtungen, die somit die Zeche der öffentlichen Hand bezahlen.

Die Menschen haben es geschafft, Flugzeuge zu fliegen, Raketen und Satelliten in den Weltraum zu schicken und drahtlose Kommunikation rund um den Globus zu betreiben. Trotzdem haben wir es bisher nicht geschafft, auch die Tiere als fühlende Wesen mit einem Recht auf ein gutes Leben wahrzunehmen und uns ihnen gegenüber respekt- und verantwortungsvoll zu verhalten.

Der Welttierschutztag ist allerdings auch eine Gelegenheit, all jene Menschen zu nennen, die sich zumeist ehrenamtlich und oft unermüdlich insbesondere für diejenigen Tiere einsetzen, für die sich sonst kaum jemand interessiert: Alte Tiere oder Tiere mit gesundheitlichen Problemen, die beide eine besondere Fürsorge benötigen. Tiere, die durch negative Erfahrungen mit den Menschen verhaltensauffällig geworden sind oder die wenigen Nutztiere, die das Glück haben und in einer Tierschutzeinrichtung einen Platz fanden, der ihnen einen Lebensabend in Würde ermöglicht.

„Es ist uns sehr wichtig und daher wollen wir den Welttierschutztag auch nutzen, um allen aktiven Tierschützern zu sagen: Danke, dass Ihr Euch entschieden habt zu handeln, Danke, dass Ihr nicht die Augen zu macht und nicht weg seht! Danke, dass Ihr nicht den Mut verliert, auch wenn Eure Arbeit manchmal nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein zu sein scheint. Und Danke auch all jenen, die die Tierschutzarbeit durch ihre Spenden unterstützen und ermöglichen! Eure selbstlose Hilfe bedeutet so viel mehr als sich in Worten oder Zahlen ausdrücken lässt! Wir als Landesverband stehen hinter Euch, denn gemeinsam können wir etwas verändern!" so Hitzler, und weiter: „Tierschutz geht uns alle an. Wir alle tragen durch unser alltägliches Verhalten zum Umgang mit den Tieren bei und definieren darüber ihren Stellenwert in unserer modernen Gesellschaft."