Über die Feiertage mit gutem Gewissen delikat essen

19.12.16 - Der Landestierschutzverband ruft dazu auf, Produkte aus Tierquälerei gerade auch an den Feiertagen und um den Jahreswechsel gezielt zu boykottieren:

"Verzichten Sie auf Fleisch aus Massentierhaltung, gefährdete Meeresfische oder Pseudo-Delikatessen wie Gänsestopfleber, echten Kaviar und lebend „frisch“-gehaltene Krebstiere", rät der Verbandsvorsitzende Herbert Lawo

 
An Weihnachten und zum Jahreswechsel kann jeder ganz leicht ein Zeichen setzen und sich nicht mitschuldig machen an millionenfachem Tierleid:
Das beginnt beim Festtagsbraten, der immer noch zum weitaus überwiegenden Anteil aus Massentierhaltungen stammt. Im In- und Ausland leiden hierfür unzählige Puten, Enten und Gänse eng eingepfercht unter grausamen Haltungsbedingungen. Im Turbomastverfahren nehmen die auf schnelles Wachstum gezüchteten Puten und Masthähnchen viel zu schnell zu, Knochendeformationen und -brüche bzw. Kannibalismus sind vielfach die Folge. Zahlreiche verletzte und tote Tiere schon während der Mast sind bereits im Voraus einkalkuliert - allein der finanzielle Gewinn zählt.

Auch eigentliche Schwimmvögel wie Enten und Gänse müssen ihr Dasein eingesperrt in Käfigen oder großen Hallen in künstlichem Dämmerlicht verbringen, ohne je einen Teich, See oder frische Luft gesehen zu haben. Der erste und einzige „Ausflug“ dieser Tiere ist - kistenweise zusammengepfercht und gestapelt - der letzte Weg zum Schlachthof, wo sie der qualvolle und nicht immer schnelle Tod am Fließband erwartet.

„Gönnen Sie sich zu den Feiertagen auch kulinarisch ein gutes Gewissen. Wie wäre es, gerade auch am Fest der Freude fleischlos zu kochen? Zum Wohl der Tiere und der eigenen Gesundheit. Und wenn doch „tierische“ Gerichte auf den Tisch kommen sollen, achten Sie darauf, dass die verwendeten Zutaten aus tiergerechter Haltung oder nachhaltiger Nutzung stammen. Dieses Festtagsessen ist zwar vermutlich etwas teurer, aber immerhin hatten die Tiere ein einigermaßen anständiges Leben“ , so der Rat des Landestierschutzverbandsvorsitzenden Herbert Lawo.

Auch beim Fisch gilt es aufzupassen. Vom Kauf von Zuchtlachsen raten Tier- und Naturschützer entschieden ab, denn die industrielle Lachszucht in riesigen Aquakulturen wird zunehmend zum ökologischen Problem. Weil z.B. Lachsfarmen an Norwegens und Kanadas Küsten zur Zucht tonnenweise Pestizide und Antibiotika einsetzen, verursachen sie große Umweltschäden. Auch bei Meeresfisch sollte gezielt darauf geachtet werden, dass die jeweiligen Fischbestände nicht schon völlig überfischt sind oder durch unselektive Fangmethoden jede Menge „Beifang“ zu Tode kommt bzw. durch Schleppnetze der Meeresboden zerstört wird. Wer den verheerenden Raubbau in unseren Ozeanen nicht unterstützen will, meidet deshalb beim Fischkauf Rotbarsch, Seezunge, Seeteufel, Scholle, Dornhai (Schillerlocke), Aal und Kabeljau.


Tierfreunde verzichten auf so genannte „Delikatessen“ wie Kaviar, Hummerfleisch und Stopfleber.

"Echten Kaviar" gewinnt man, indem man weiblichen Stören die Fischeier entnimmt und sie so tötet. Alle Störarten stehen schon seit Jahren unter Artenschutz, und besonders die Beluga-Störe sind als eine der größten Süßwasserfischarten der Erde extrem vom Aussterben bedroht.
Die „Zubereitung“ von lebenden Hummern ist ebenfalls eine bestialische Tierquälerei. Ihr Todeskampf im siedend heißen Wasser zieht sich über Minuten hin. Fast genauso grausam ist der vorangegangene Leidensweg der Tiere, die über Monate mit zusammengebundenen Scheren lebend in überfüllten Tanks „zwischengelagert“ werden, um dann noch lange Transporte ohne Wasser - in Styroporbehältern übereinander geschichtet - durchstehen zu müssen. 30 Prozent der Tiere überleben diese Tortur nicht.

Auch andere „Delikatessen“ sind Ergebnisse extremer Tierquälerei. Für Stopfleberprodukte werden Enten oder Gänse über Wochen täglich mehrmals zwangsgefüttert indem man ihnen gewaltsam über ein Metallrohr gehaltvollen Futterbrei direkt in den Magen drückt. Die bei Gourmets beliebte „Foie gras“ wird aus der durch diese Überfütterung krankhaft auf das mehrfache einer normalen Geflügelleber angewachsenen Fettleber der gequälten Tiere hergestellt.
In Deutschland ist es zwar schon seit langem verboten, Tiere derartig zwangszufüttern, trotzdem kann jeder die so in Frankreich, Ungarn und Bulgarien hergestellten Produkte überall kaufen.

„Echte Nächstenliebe schließt auch unsere Mitgeschöpfe mit ein, und jeder Mensch kann etwas für Tiere tun. Bewusstes Einkaufen und dabei der gezielte Verzicht auf Tierqualprodukte ist bereits ein großer Schritt in die richtige Richtung,“ so Herbert Lawo abschließend.