Katzen auf deutschen Straßen: Geboren, um zu leiden?!

08.12.16 - Fünf Katzenjunge kämpfen im Heidenheimer Tierheim derzeit um ihr Leben. Die vor einigen Tagen an einer Futterstelle aufgelesenen Jungtiere freilebender Katzen leiden an Katzenschnupfen, der für sie lebensbedrohlich sein kann. Der Landestierschutzverband Baden-Württemberg e.V. schlägt Alarm: Es handelt sich um keinen Einzelfall.

Katzenschnupfenkätzchen-TH-Den etwa zehn bis 15 Wochen alten Nachwuchs freilebender Katzen fanden Tierschützer an einer Futterstelle in Heidenheim. Sie haben die Katzenjungen direkt zum Kreistierschutzverein Heidenheim gebracht, wo sie bereits medizinisch versorgt wurden. Sechs weitere Kätzchen erwartet das Tierheim in den kommenden Wochen. Die Kätzchen seien in einem desolaten gesundheitlichen Zustand, bestätigt der Kreistierschutzverein: „Die meisten dieser Katzenjunge leiden unter Katzenschnupfen, d.h. die Augen und Atemwege sind stark entzündet, sie sehen und riechen kaum etwas. Bei vielen bangen wir immer noch um ihren Gesundheitszustand“, sagt Stefan Hitzler, erster Vereinsvorsitzender des Kreistierschutzvereins Heidenheim e.V. und stellvertretender Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg e.V., dem Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes.

Das Tierheim kämpft weiter um die kleinen Geschöpfe, die, wie es Hitzler treffend sagt, nichts für ihre Situation können und ein Recht auf ein sorgenfreies Leben haben.

Kastration schützt vor wachsendem Leid

Um diesem Leiden auf deutschen Straßen ein Ende zu setzen, sei die flächendeckende Kastration der freilebenden Kater und Katzen nötig; nur so könnten die wachsenden, häufig kranken und hungernden Katzengruppen tierschutzgerecht kontrolliert werden, so Hitzler. Das aktuelle Beispiel des Tierheims Heidenheim zeige, wie heftig schon die kleinen Kätzchen unter ihrer „Freiheit“ litten. Der Fall Heidenheim sei kein Einzelfall.

2 Millionen freilebende Samtpfoten leiden auf deutschen Straßen

Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland etwa zwei Millionen freilebende Katzen, die ohne dauernden Bezug zu Menschen leben und oft ein leidvolles Schattendasein führen. So sind diese Tiere häufig krank, verletzt, unterernährt oder kommen unter die Räder. Mehrmals im Jahr sind die Katzen paarungsbereit. Anfang des Jahres beginnt der Kreislauf der unkontrollierten Vermehrung und das damit verbundene Katzenleid wieder von vorn.

Die Herausforderungen, die mit der Katzenüberpopulation einhergehen, können die örtlichen Tierschutzvereine nicht alleine meistern. Eine davon: Die kostspielige Kastration und Versorgung freilebender Katzen, um die Bestände tierschutzgerecht zu kontrollieren.

Daher unterstützt der Landestierschutzverband die Katzenkastrationsaktionen seiner Mitgliedsvereine mit einem zusätzlichen Spendenfonds. Tierliebhaber, private Tierschützer und Unternehmen können sich so über den Verein an der landesweiten Tierschutzaktion beteiligen.

Nötig wäre aber laut Hitzler vor allem auch das seit Jahren geforderte Kastrationsgebot für Halter von Freigängerkatzen: „Bisher weigern sich baden-württembergische Kommunen, ein solches Gebot auszusprechen. Gleichzeitig beteiligen sie sich aber auch sehr selten an den Aktivitäten der Tierschutzvereine, um das Katzenleid durch Kastrationen zu verringern. Der beste Tierschutz vermeidet Katzenleid bevor es entsteht“, bringt es Hitzler auf den Punkt. Diese Vorgehensweise sei zudem deutlich günstiger als die Maßnahmen, die erforderlich sind, wenn die Populationen erst einmal zum Problem geworden sind.

Helfen Sie mit!

Mit einem Spendenfonds, der eigens für die landesweiten Katzenkastrationsaktionen eingerichtet wurde, können sich Tierliebhaber, private Tierschützer und Unternehmen über den Landesverband Baden-Württemberg e.V. direkt an der landesweiten Aktion beteiligen.

Sie können Ihre Spende unter dem Stichwort „Kastration freilebender Katzen“ auf das folgende Konto überweisen:

Landestierschutzverbandes BW e.V.

Sparkasse Freiburg

IBAN: DE36680501010002391999

BIC: FRSPDE66XXX

Das gespendete Geld wird ausschließlich für die Kastration freilebender Katzen verwendet und kommt den aktiven Vereinen des Landesverbandes zu diesem Zweck zugute. Dies wird sichergestellt, indem die Rechnungen nach der Kastration eingereicht und im Nachhinein erstattet werden.