Opferfest 2016 - illegales Schächten verhindern

  • Drucken

12.09.2016 - Anlässlich des dreitägigen islamischen Opferfestes, das am 12. September begonnen hat, befürchten Tierschützer illegale Schlachtungen ohne vorherige Betäubung der Tiere. Der Landestierschutzverband bittet die Mitbürger um erhöhte Wachsamkeit und fordert die Behörden auf, keine Schächtgenehmigungen zu erteilen.


Das dreitägige Opferfest ist das wichtigste religiöse Fest der islamischen Welt. In Erinnerung an die Geschichte des Propheten Ibrahim ist es bei vielen Muslimen üblich, jährlich am Opferfest ein Tier nach alter Tradition ohne vorherige Betäubung zu schlachten.
In Deutschland ist dieses „Schächten“ aus Tierschutzgründen verboten und kann nur in ganz konkreten Ausnahmefällen unter strengen Auflagen der zuständigen Behörden genehmigt werden. Solche Ausnahmeanträge für das betäubungslose Schlachten werden erfahrungsgemäß vorwiegend im Rahmen des jetzt wieder anstehenden Opferfestes gestellt. So wurden zu diesem Anlass in Baden-Württemberg auch im vergangenen Jahr Ausnahmegenehmigungen zum Schächten von Schafen beantragt, von den Behörden aber nicht erteilt. Zudem sind im letzten Jahr wieder mehrere Fälle von illegalen Schächtungen aktenkundig geworden. Gegen die Beteiligten wurde Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet und entsprechende rechtliche Maßnahmen eingeleitet. Es ist allerdings davon auszugehen, dass eine weitaus höhere Zahl illegaler Schächtungen unbekannt geblieben ist.
Herbert Lawo, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg, macht deutlich: „Die Tötung bei vollem Bewusstsein ist für die betroffenen Tiere qualvoll und nachweislich mit erheblichen Schmerzen, Leiden und Stress verbunden. Die Mehrheit der Bevölkerung empfindet das Schlachten ohne vorherige Betäubung als grausam und lehnt es entschieden ab.“
„Wir fordern die Behörden auf, das Verwaltungsrecht strikt auszulegen und durch verstärkte Kontrollen und Präsenz bei verdächtigen Einrichtungen dem allgemeinen Wunsch nach mehr Tierschutz nachzukommen“, appelliert Lawo mit Nachdruck, „nach wie vor wird gerade um die Zeit des Opferfestes immer wieder in Kellern, abgelegenen Scheunen und auf Hinterhöfen illegal geschächtet.“
Dabei sind die Tiere schon durch den Transport (z.B. verschnürt im Kofferraum), die oft tagelange nicht artgerechte Haltung (z.T. in kleinen Räumen oder Verschlägen) massivem Leid ausgesetzt, von der nicht fachgerechten Tötung und den dadurch entstehenden Qualen ganz zu schweigen.
Der Landestierschutzverband bittet deshalb auch die Bevölkerung um erhöhte Aufmerksamkeit.
„Bei Verdacht auf illegal durchgeführte Schlachtungen wenden Sie sich bitte umgehend an die örtliche Polizei, Veterinärbehörde oder den Tierschutzverein“, appelliert Lawo eindringlich.
Gleichzeitig fordert er auch die Schafhalter im Land dazu auf, ihre Tiere nicht unbedacht an jedermann zu verkaufen. Als Tierzüchter sind sie verpflichtet das Tierschutzgesetz zu achten und einzuhalten - sie dürfen keinem ihrer Tiere vorsätzlich Leid zufügen, auch nicht dazu beitragen. Diese Verantwortung für ihre Tiere geht auch über den Verkauf hinaus. Es ist als  Selbstverständlichkeit zu erwarten, dass Schafhalter ihre Tiere nur an seriöse Abnehmer weitergeben. Kein Schafzüchter sollte akzeptieren, wenn ein Käufer das soeben erworbene Schaf bspw. unsachgemäß im PKW abtransportieren will (Verstoß gegen die Tiertransportverordnung), auch darf es ihm nicht egal sein, ob das Tier eventuell illegal geschächtet wird.