Niedlich, billig, gequält und todkrank

22.07.2015 - In Internet und Zeitungsinseraten häufen sich die Angebote für günstige Rassekatzen und -Hundewelpen. Doch oft werden hier auf Kosten der Tiere übelste Geschäfte gemacht. Dubiose Händler, die hinter vielen Lockangeboten stecken, verkaufen skrupellos viel zu junge, unter übelsten Bedingungen gezüchtete und oft kranke Hunde- und Katzenwelpen.

Welpen2Nur ein paar Klicks reichen und schon findet man im Internet zahllose Tierangebote. Meistens werden Welpen angeboten - tapsig, klein und flauschig. Aber der erste Eindruck täuscht leider meistens. Der Großteil der Welpen ist schwer krank und verhaltensgestört. Warum? Weil die Tiere aus schlimmen Massenzuchten stammen.
Das dubiose Geschäft mit Hunden, vor allem aus Osteuropa, boomt nach wie vor. Immer wieder werden vor allem in Grenznähe illegale Welpentransporte gestoppt, kranke und stark geschwächte Jungtiere müssen sichergestellt und schnellstmöglich notversorgt werden. Meist sind die kleinen Hunde viel zu früh von Ihren Müttern und Wurfgeschwistern getrennt worden, was auch Langzeitfolgen wie massive Verhaltensprobleme, nach sich ziehen kann. Ebenso sind die erforderlichen Begleitpapiere häufig gefälscht und vorgeschriebene Impfungen nicht erfolgt. Das offensichtlich lukrative Geschäft mit den jungen Hunden fördert zudem auch das erhebliche Leid der Zuchthündinnen in den Ursprungsländern, die vielfach über Jahre hinweg in dunklen, dreckigen Löchern gehalten und als "Gebärmaschinen" missbraucht werden.
Der Landesverband Baden Württemberg warnt deswegen ausdrücklich vor unseriösen Verkaufsanzeigen im Internet. Mit jedem Kauf eines solchen Tieres wird die tierquälerische Industrie, die dahinter steckt, unterstützt.
„Wenn ein tierisches Familienmitglied aufgenommen werden soll, muss das gut überlegt sein, denn Tiere sind keine Schnäppchenware", sagt Herbert Lawo, Vorsitzender des Landesverbandes für Tierschutz in Baden Württemberg. „Wer sich ein Tier zulegen möchte, sollte keinesfalls spontan kaufen und auf Billigangebote schauen - das zahlt sich letztlich in keiner Hinsicht aus. Regelmäßig beklagen sich geprellte Hundekäufer bei uns, die so bspw. einen schwerkranken Hund erworben haben und bitten um Hilfe", erklärt Lawo weiter.
Bei genauerem Nachfragen stellt sich meist heraus, dass der Rassewelpe besonders günstig per Internet oder Zeitungsinserat über nicht registrierte Handynummern bestellt worden war und entweder direkt übergeben oder bei einem angeblichen Züchter abgeholt werden konnte. Die eigentliche Herkunft der Welpen wurde von den angehenden Hundebesitzern nicht weiter hinterfragt. Weder hatte man sich zuvor die Haltungsbedingungen angesehen noch darum gebeten, einen Blick auf das Muttertier und die Geschwister werfen zu dürfen. Erst zuhause stellt sich dann heraus, dass die Tiere stark geschwächt, krank und eigentlich noch viel zu jung sind. Es folgen kostenintensive Gänge zum Tierarzt und viel Kummer - vor allem, wenn der Neuzuwachs es trotz intensivster Bemühungen nicht überleben sollte.
Deshalb unser dringender Appell: Fallen Sie beim Tierkauf nicht auf Straßenhändler, dubiose Kleinanzeigen oder Internetangebote herein! Wenn Sie einen solchen Verdacht hegen, informieren Sie die Polizei. Weitere Hinweise „auf was Sie beim Welpenkauf unbedingt achten sollten“ erhalten sie direkt beim Landestierschutzverband und auch die Mitarbeiter in den örtlichen Tierheimen beraten Sie gerne weiter.