Ende der Affenversuche in Tübingen in Sicht?

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04.05.2015 - Max-Planck-Institut  Tübingen  beendet Affenversuche  – Deutscher  Tierschutzbund fordert von Landesregierung Ausstiegskonzept für  alle Tierversuche in Baden-Württemberg

  logo dtsb    Logo-LTV BW  klDer  Deutsche  Tierschutzbund  und sein  Landestierschutzverband Baden-Württemberg begrüßen  die Ankündigung  des Max-Planck- Institutes (MPI) Tübingen, Versuche an Affen beenden zu wollen. Gleichzeitig kritisieren die Tierschützer, dass das Institut keinen kompletten Ausstieg aus Tierversuchen vollzieht, sondern stattdessen auf Versuche an Nagern  setzt. Zudem stoppt das MPI nicht sofort die Affenversuche, sondern wartet ab, bis die aktuelle Genehmigung ausgelaufen ist, was mindestens zwei weitere  Tierversuchsjahre und damit  zwei weitere  Jahre Leid für die Affen bedeutet.

„Die Ankündigung, die Affenversuche  zu beenden, ist ein Erfolg, auch wenn wir uns das sofortige Ende aller Tierversuche gewünscht hätten. Exzellente  und innovative  Forschung  ist auch  ohne  Tierleid  möglich. Eine Forschung auf dem Rücken der Affen darf keine Zukunft mehr haben und es ist auch kein Beleg für Spitzenforschung“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Politik  und Forschung  sind nun aufgerufen,  den  längst  überfälligen Diskurs mit der Gesellschaft zu wagen und sich der wissenschaftlichen und ethischen Kritik an Tierversuchen endlich zu stellen. „Wir erwarten von der grün-roten  Landesregierung  jetzt  ein klares  Konzept,  wie der Ausstieg  aus  Tierversuchen  in Einrichtungen  im Land  gestaltbar  ist“, ergänzt Herbert Lawo für den Landestierschutzverband Baden- Württemberg des Deutschen Tierschutzbundes.

 

Hintergrund
Mehr als 10.000 hoch entwickelte Affen, unsere nächsten Verwandten im Tierreich, leiden und sterben Jahr für Jahr in Tierversuchslabors der Europäischen  Union. Mehr  als  1.500  Affen  sind es jährlich  allein  in Deutschland.

Wie in vielen anderen Forschungseinrichtungen mit ähnlichem Versuchsaufbau wird auch am MPI Tübingen Grundlagenforschung betrieben. Eine klinische Anwendung der Versuchsergebnisse ist oftmals auf Jahrzehnte  hinaus nicht absehbar. Um die  Tiere  für die  Versuche gefügig zu machen, gibt man ihnen tagelang nichts zu trinken. Erst im Versuch, wenn sie sich kooperativ verhalten, bekommen sie ein paar Tropfen Flüssigkeit, meist Fruchtsaft, der den Durst noch steigert. Mit der    von   Forschern     oftmals   behaupteten    „Freiwilligkeit“    und
„Bereitschaft“ der Tiere, bei den Versuchen mitzumachen, hat all das nichts zu tun. Versuche wie die beschriebenen finden jedoch nicht nur in Tübingen statt. Seit Jahren hat der Deutsche Tierschutzbund exemplarisch massiv gegen die Hirnversuche an Affen an der Universität Bremen Front gemacht.