Ostern: Den Tieren zuliebe keine „echten Hasen“!!

30.03.2015 - Der Landestierschutzverband  appelliert:
Keine lebendigen Kaninchen als Osterüberraschung!
Weitere sinnvolle Tipps für tierfreundliche Osterfeiertage:
Ostereier aus tiergerechter Haltung - und auch beim Einkauf des Ostermenüs den Tierschutz im Blick behalten.

Jetzt - kurz vor Ostern - geht der Verkauf von Ostergeschenken seinem Höhepunkt zu. Passend zu Ostern stehen vor allem in der Werbung überall die „Osterhasen“ im Vordergrund. Auch der Zoofachhandel hofft auf gute Geschäfte und wirbt mit Osterschnäppchen. Dort wird vor allem auf den Verkauf junger Kaninchen und entsprechendem Zubehör gesetzt. Doch oftmals ist weder die Kaufberatung noch der angebotene Heimtierbedarf auch nur ansatzweise tiergerecht.
Der Landestierschutzverband Baden-Württemberg sieht diesen Kommerz sehr kritisch. Ein Hauptanliegen des Verbandes ist der Hinweis, dass lebendige Tiere keine geeigneten Geschenke sind und auch an Ostern nicht unbedacht gekauft werden sollen.

„Leider werden vor allem kleine Heimtiere wie Kaninchen oft unüberlegt gekauft und in vielen Fällen nicht artgerecht gehalten. Häufig sollen die Tiere dann anschließend bald wieder weg oder sie werden irgendwo abgestellt und müssen auf dem Balkon, in der Garage oder im Keller vor sich hinvegetieren,“ so der Verbandsvorsitzende Herbert Lawo. Lawo weiter: „Ohne ausreichende Information wird schnell übersehen, dass die nicht nur zu Ostern gern mit Hasen verwechselten Kaninchen sehr anspruchsvolle Tiere sind. Sie brauchen unbedingt Artgenossen, täglich ausreichende Bewegung, viel Auslauf mit Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten und natürlich die richtige abwechslungsreiche Nahrung. Außerdem nagen und graben Kaninchen gerne - mit anderen Worten: Sie sind als Schmuse“hasen“ für Kinderzimmer absolut ungeeignet."

Lawo weiß wovon er osterhase2spricht, denn die Tierheime in Baden-Württemberg sind übervoll mit ungewollten, abgegebenen oder ausgesetzten Kaninchen und anderen Kleintieren.
„Es ist traurig, wie Tiere in unserer schnelllebigen Gesellschaft immer wieder zur Konsumware degradiert werden. Hier muss endlich ein Umdenken stattfinden,“ so der Appell des Landestierschutzverbandsvorsitzenden. Ein erster Schritt wäre beispielsweise, konsequent auf tierische Spontankäufe und -geschenke zu verzichten, auch wenn die Kinder noch so hartnäckig auf einen „echten Osterhasen“ bestehen. Haustiere zu halten heißt, eine große Verantwortung zu übernehmen - und zwar das gesamte Tierleben lang. Eine Aufgabe, mit der gerade jüngere Kinder meist hoffnungslos überfordert sind. Zu Beginn der Überlegung zur Anschaffung von Heimtieren sollte deshalb immer eine kompetente Beratung stehen. Hier stehen Händler und Züchter in der Pflicht und der Verantwortung. Kostenlose kompetente Beratung - auch auf dem Hintergrund umfassender Erfahrung - ist vor allem bei den Tierschutzvereinen und Tierheimen zu bekommen.

Über die Ostergeschenke hinaus gibt es vor allem im kulinarischen Bereich weitere Tierschutzbelange zu bedenken. Tierfreunde achten beispielsweise beim Kauf von Eiern - ob gefärbt oder nicht - darauf, dass sie ausschließlich aus Freilandhaltung stammen. Und: Auch der Osterbraten hat einmal gelebt. "Millionen so genannter Nutztiere fristen ein trostloses Leben unter lebensunwürdigen Haltungsbedingungen und werden oft qualvoll getötet," erklärt Lawo, "wenn man entgegen der Vernunft und eines guten Gewissens nicht auf Fleisch verzichten will, sollte man darauf achten, dass die Tiere zumindest ein artgerechtes Leben hatten, auch wenn das Ostermenü dadurch etwas teurer wird."