Tiere auf der Weide leiden augenblicklich unter Sonne und Hitze

Der Landestierschutzverband weist darauf hin, dass Tiere auf der Weide zur Zeit unbedingt genügend Schattenplätze und ausreichend Trinkwasser benötigen.

rinderSeit Wochen ist es bei und jetzt fast durchgehend sonnig und trocken. Viele Wiesen sind schon vollkommen vertrocknet und die Brandgefahr steigt stetig an.
Immer wieder erreichen den Landestierschutzverband Meldungen besorgter Tierfreunde über Schafe, Rinder, Ponys und Pferde, die ohne ausreichende Versorgung mit Frischwasser und ohne Schatten in der prallen Sonne stehen. Weidetiere leiden oft noch stärker als Menschen an den Folgen zu intensiver Sonnen- und Hitzeeinwirkung. Grundsätzlich gilt deswegen: Schatten und Wasser sind für Weidetiere ein absolutes Muss.

Rinder beispielsweise können ihren Wasserbedarf, selbst wenn frisches Grünfutter verfügbar ist, nicht ausschließlich über das im Futter gebundene Wasser decken. Daher muss ihnen ganzjährig ausreichend Trinkwasser zur freien Verfügung stehen. Dabei ist bei erwachsenen Rindern von einem täglichen Durchschnittsbedarf von etwa 40 Litern auszugehen - milchproduzierende Kühe bzw. Mutterkühe mit Kälbern brauchen sogar das Doppelte. Und an heißen Tagen steigt der Wasserbedarf noch zusätzlich an. Ein Pferd benötigen im Sommer mindestens ca. 60 Liter Trinkwasser täglich und auch für Schafe ist ausreichend Trinkwasser lebensnotwendig.
Gegebenenfalls muss sogar zugefüttert werden, wenn das Weideland abgegrast und vertrocknet ist und als einzige Nahrungsquelle nicht mehr ausreicht.
Prinzipiell kommen Pferde, Schafe und Rinder mit Kälte wesentlich besser zurecht als mit der augenblicklich herrschenden Hitze und starken Sonneneinstrahlung. Mit zunehmender Körpertemperatur werden die Tiere unruhig und geraten zunehmend unter Stress, es treten Störungen des Nervensystems und des Kreislaufs auf, die sogar bis zum Tod führen können.
Jeder Tierhalter ist nach geltendem Tierschutzrecht dazu verpflichtet, seine Tiere vor solchen Leiden zu bewahren und entsprechend Vorsorge zu treffen.

Bei der ganzjährigen Weidehaltung von Rindern oder "Robusthaltung" von Pferden ist im Sommer ein Witterungsschutz ebenso unabdingbar wie ein entsprechender Kälteschutz im Winter. Fehlen natürliche Schattenspender, wie dichte Laubbäume oder bieten diese nicht genügend Schatten für alle Tiere der Gruppe gleichzeitig, müssen zusätzliche Schattenplätze geschaffen werden. Schon eine großflächig gespannte Plane schützt vor der direkten Sonneneinstrahlung.
Auch heftige Gewitter mit großen Hagelkörnern können eine echte Gefahr für die Tiere werden und sie in kopflose Panik versetzen. Aus Sicherheitsgründen sollte deswegen immer ist ein schützender Unterstand vorhanden sein.

„Eine weitaus sinnvollere Maßnahme ist natürlich, die Tiere über die Mittagshitze in den Stall zu holen und nur am frühen Morgen oder späten Abend bzw. über Nacht auf die Weide oder Koppel zu lassen“, rät Martina Klausmann vom Landestierschutzverband, „dann sind nicht nur die Temperaturen erträglich, sondern auch Mücken und Bremsen weniger aktiv, die Weidetiere durch ihre Stiche oder Bisse noch zusätzlich belästigen. Die ideale Haltung bietet den Tieren die freie Wahl, sich selbst den für sie angenehmsten Platz drinnen oder draußen zu suchen.”

Der Landestierschutzverband nimmt deshalb auch jeden Hinweis aus der Bevölkerung ernst und bittet alle Mitbürger, bei Verdacht auf unzureichende Weidetierhaltungen zum Schutz der Tiere umgehend den örtlichen Tierschutzverein, die Polizei oder das zuständige Veterinäramt zu informieren.