Sommerhitze wird alljährlich zum tödlichen Verhängnis für Tiere

In den letzten Tagen sind allein in Baden-Württemberg wieder zwei Hunde in überhitzten Autos qualvoll verendet. Gegen die Hundehalter wurde Anzeige erstattet.
Der hinter der Fensterscheibe tot im Käfig liegende Wellensittich, das verdurstete Kaninchen auf der sonnigen Terrasse - jeden Sommer verenden viele Tiere grausam aufgrund der Unachtsamkeit ihrer Besitzer an den Folgen der Sommerhitze.

Alljährlich kommt es mit trauriger Regelmäßigkeit an heißen Tagen immer wieder zu Horrormeldungen über gerade noch gerettete oder im überhitzten Auto verendete Hunde. So auch in den letzten Tagen wieder: Ende Juli gelang es der Polizei in Lahr sprichwörtlich in allerletzter Minute einen Airedale-Terrier, der schon fast keine Luft mehr bekamen, mithilfe eines Vorschlaghammers aus einem in der prallen Sonne stehenden Fahrzeug heraus zu holen. Ähnliches Glück hatte ein 18 Monate alter Mischling in Esslingen, dessen Besitzer ihn über Mittag bei über 30 ° C im Auto bei nur spaltbreit geöffnetem Fenster zurückgelassen hatte. Nur durch die Hilfe von aufmerksamen Mitbürgern haben die Hunde überlebt.
Für einen Pudelmischling in Rottweil kam letzte Woche allerdings jede Hilfe zu spät. Auch in Stuttgart wurden zwei Hunde von ihrer Besitzerin bei weit über 30 ° C im Auto zurückgelassen. Als sie nach Stunden zurückkam, waren beide Hunde bereits kollabiert. Die alte Schäferhündin ist kurz darauf in der Tierklinik den Folgen des Hitzeschocks erlegen. Das Schicksal des zweiten Hundes war bis Donnerstag noch ungewiss. Gegen alle Tierhalter wurden Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet.

Herbert Lawo, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes dazu: „wie wir Menschen leiden auch Tiere unter den Folgen extremer Hitze. Da sie oft noch ein dichtes Fell haben und nicht schwitzen können um sich abzukühlen, droht ihnen noch schneller als uns ein Kreislaufzusammenbruch oder Hitzekollaps mit manchmal sogar tödlichem Ausgang“.

Gerade Autos heizen sich schon bei geringer Sonneneinstrahlung schnell auf und werden zum Backofen. Oft hilft dann nur sofortiges Handeln. Der Landestierschutzverband ermutigt deshalb ausdrücklich alle Mitbürger umgehend die Polizei zu informieren, wenn Hunde in offensichtlich überhitzten Autos zurückgelassen wurden und auf die Schnelle kein Besitzer ausfindig zu machen ist. Vor allem wenn bei den Tieren schon erste Anzeichen eines Wärmestaus erkennbar sind wie Unruhe, starkes Hecheln oder Taumeln. Bei Krämpfen, Atemnot oder gar Bewusstlosigkeit besteht akute Lebensgefahr. Zeigt ein Tier diese Symptome, sollte es schnellstmöglich befreit und zur Kühlung mit einem nassen Tuch bedeckt sofort in eine Tierarztpraxis gebracht werden.

„Verzichten Sie an heißen Tagen darauf den Hund im Auto mitzunehmen, wenn er im Wagen warten muss, selbst wenn es nur für kurze Zeit wäre“ bringt es Lawo auf den Punkt. Auch der gewohnte Spaziergang oder andere gemeinsame Aktivitäten, sollten zum Wohl aller Beteiligten frühmorgens oder abends unternommen werden, wenn es kühler ist und keinesfalls in der glühend heißen Mittagshitze.

Darüber hinaus rät Lawo eindringlich dazu Tiere l in keinem Fall in der prallen Sonne zurückzulassen und appelliert nachdrücklich an alle Tierhalter verantwortungsvoll und vorausschauend für ihre Schützlinge zu sorgen: „Stellen Sie sicher, dass ihr Tier jederzeit einen schattigen und kühleren Ort aufsuchen kann und immer ausreichend Trinkwasser hat. Gerade im Sommer sind Schatten und Wasser überlebenswichtig. Das gilt für alle Tiere, ob Vögel, Kaninchen, Meerschweinchen, Hunde, Pferde oder die so genannten Nutztiere auf der Weide.“
Auch kleinere Heimtiere fallen hochsommerlichen Temperaturen jedes Jahr aufs Neue zum Opfer. Oftmals wird von den Tierhaltern einfach nicht bedacht, dass die Sonne wandert. Stand der Käfig mit den Kaninchen eben noch im Schatten, so kann sich das schon innerhalb einer Stunde völlig geändert haben. Fehlt dann noch Trinkwasser und die Terrasse heizt sich richtig auf, bedeutet das für die Käfiginsassen oft das Ende. Ähnlich geht es immer wieder auch Ziervögeln auf der Fensterbank. Die Glasscheibe wirkt wie ein Brennglas und steigert die Hitze direkt dahinter ins Unerträgliche. So werden Autos und Käfige zu Todesfallen.
Vorsicht auch mit gekippten Fenstern, offenen Fenstern und Balkontüren bei reinen Wohnungskatzen. Immer wieder kommt es vor, dass Katzen im gekippten Fenster hängen bleiben und qualvoll ersticken oder durch zum Lüften geöffnete Fenster und Balkontüren entwischen und in Gefahr kommen.

Weitere wertvolle Hinweise zum Thema „Sommerhitze und Tiere“ erhalten sie direkt beim Landestierschutzverband und auch die Mitarbeiter in den örtlichen Tierheimen beraten Sie gerne weiter.