Häufige rechtliche Fragen

Was kann ich tun, wenn ich glaube, dass ein Tier schlecht behandelt wird?

In akuten und dringenden Notfällen wenden sie sich sofort an die Polizei und das örtliche Veterinäramt Das Veterinäramt ist dafür zuständig, dass das Tierschutzgesetz eingehalten wird. Notieren sie ihre Beobachtungen und versuchen sie jemanden zu finden, der die Situation bezeugen kann. Zusätzliche "Beweisfotos"  haben sich oft auch als sehr hilfreich erwiesen. Anzeigen können auch anonym angenommen werden. Ansonsten können sie sich auch erst einmal an den örtlichen Tierschutzverein wenden und ihr Problem dort schildern. Tierschutzvereine oder auch wir beraten sie gerne weiter.

Was mache ich, wenn ich ein Tier gefunden habe?

Wenn sie ein Heimtier gefunden haben, kontaktieren sie die Polizei und/oder den örtlichen Tierschutzverein. Ist das Tier sichtbar verletzt, bringen Sie es bitte sofort zum Tierarzt. Keine Angst – sie müssen auch nicht für die Rechnung dort aufkommen. Tierheime nehmen Fundtiere in der Regel  sofort auf. Wenn das Tier gechipt und registriert ist, kann der Besitzer auch schnell ausfindig gemacht werden.

Wenn sie ein junges Wildtier gefunden haben, braucht dieses meist nicht ihre Hilfe. Beobachten sie, ob es wirklich alleine ist. Nur, wenn es stark abgemagert oder verletzt ist, sollten sie einen nahegelegenen Tierschutzverein benachrichtigen. Bei Tieren, die dem Jagdrecht unterliegen sollte dann der Jagdpächter informiert werden.

Was kann ich tun, wenn ich mein Tier vermisse?

Schon vorher wichtig :

Lassen Sie ihr Tier kennzeichnen (Chip oder Tätowierung) und registrieren. Die entsprechenden Haustierregistereintragungen (z.B. Deutsches Haustierregister) sind kostenlos und haben schon tausendfach geholfen das geliebte Tier h schnell wiederzubekommen.

Ist ihr Haustier weg, machen Sie eine Vermisstenanzeige bspw. beim  Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes. Dort kann ihnen bei der Suche geholfen werden. Außerdem sollten sie bei der Polizei, der Feuerwehr und den umliegenden Tierheimen nachfragen, ob ihr Tier dort abgegeben wurde. Des Weiteren kann es helfen, wenn sie  Suchanzeigen In der örtl. Zeitung und Gemeindeblättern aufgeben. Hängen sie außerdem die Blätter mit Beschreibung des Tieres, einem Foto und ihren Kontaktdaten und einer ausgewiesenen Belohnung in der Umgebung auf.

Nachbarschaftsstreit

Oft kommt es zu Nachbarschaftsstreit, weil ein Hund zu laut bellt oder die Katze in den Garten macht. Generell ist es rechtlich vorgeschrieben, dass Haustiere art- und verhaltensgerecht  gehalten werden müssen, aber auch so dass die Nachbarn davon nicht gestört werden.

Lärmbelästigung durch anhaltendes Bellen: Oft bellen und jaulen Hunde weil sie viel zu lange alleine gelassen werden. Vor allem wenn der Hundehalter in Vollzeit berufstätig ist und den Hund den ganzen Tag alleine in der Wohnung zurücklässt ist das keinesfalls tiergerecht. Falls sich ein Nachbar gestört fühlt kann er verlangen, dass die Störung, also das Bellen, eingestellt wird. Als Störung gilt ein durchgehendes zehn minütiges Bellen oder zusammengezählt 30 Minuten am Tag. Der Hundebesitzer muss dann auf jeden Fall auf das Bellen seines Hundes reagieren.

Belästigung durch eine Katze im Garten: Es ist rechtlich vorgeschrieben, dass Nachbarn es hinnehmen müssen, wenn eine fremde Katze durch ihren Garten läuft. Lediglich bei mehreren Katzen, die den Garten benutzen, kann der Nachbar von einer Störung sprechen, die er nicht hinnehmen muss. Wenn eindeutig ist welche Katze den Garten betritt und dort Kothaufen hinterlässt kann der Tierhalter aufgefordert werden die Störung zu unterbinden. Das kann auch gerichtlich durchgesetzt werden.

Besser ist allerdings bei allen Nachbarschaftsstreitigkeiten die Angelegenheit versöhnlich zu regeln. Ein Streit vor Gericht kann schnell zu großen Aggressionen bei den beteiligten Personen führen und es ist nicht mehr rückgängig zu machen, wenn die Auseinandersetzung auf dem Rücken der Tiere ausgetragen wird.

Mietverhältnisse

Ein pauschales Tierhaltungsverbot in einem Mietvertrag ist rechtsungültig.

Trotzdem  findet sich  in fast jedem Mietvertrag Regelungen, ob Haustiere gehalten werden dürfen oder nicht. Die Haltung von Kleintieren wie Hamster, Kaninchen, Schildkröten oder Ziervögel darf nicht verboten werden, solange nicht zu viele Tiere gehalten werden. Wichtig ist bei der Anschaffung neuer Tiere, dass das je nach Mietvertrag mit dem Vermieter abgesprochen wird. Ist das Halten von bestimmten Tieren in der Wohnung ausdrücklich  verboten, und steht das auch so begründet im vom Mieter unterschriebenen Mietvertrag,  kann ihm eine Kündigung drohen. Lediglich wenn der Vermieter das Halten des Tieres, trotz Verbots, drei Jahre geduldet hat, tritt das Verbot außer Kraft.

Was ist laut dem Tierschutzgesetz verboten?

Ein Tier darf nicht (ohne vernünftigen Grund )getötet werden.

Einem Tier dürfen keine Schmerzen zugefügt werden.

Ein Tier darf nicht zu einer Leistung gezwungen werden, wenn es körperlich dazu nicht in der Lage ist.

Ein Tier darf nicht ausgesetzt werden.

Ein Wildtier, das durch den Menschen aufgezogen wurde, darf nicht einfach „ausgewildert“ werden, wenn es nicht an die Lebensumstände in freier Natur gewöhnt ist.

Ein Tier darf nicht als Preis für einen Wettbewerb ausgeschrieben oder verlost werden.

Ein Tier darf nicht zur Futteraufnahme gezwungen werden.

Ein Tier darf nicht auf ein anderes Tier gehetzt werden.