Tierschutzjugendtreffen 2014 in Heilbronn

Jugendtreffen HN 2014Unter dem Motto „Nur gemeinsam sind wir stark!“ trafen sich 62 Teilnehmer zum diesjährigen Landesjugendtreffen vom 26. Bis 28. September 2014 in Heilbronn.
Organisiert wurde die Veranstaltung mit Hilfe des Tierschutzvereins Heilbronn (Tobias Krenn) vom Landestierschutzverband Baden-Württemberg, der auch die Kosten übernahm.


Am Freitag, dem 26. September 2014 trafen alle wohlbehalten gegen spätnachmittag in der Jugendherberge in Heilbronn ein. Nach dem gemeinsamen Abendessen wurden die Zimmer verteilt und dann gab es bereits die erste Veranstaltung des Wochenendes.
Jocelyn Santana, selbst Reptilienhalterin und Pflegestelle des Tierheimes in Heilbronn für diese Tiere gab einen Überblick der Tierarten, die wir im Alltag hier in Deutschland antreffen. Sie informierte über die einzelnen Arten (Spinnen, Schlangen, Bartagame,….), die Anforderungen an die private Haltung dieser Tiere und die Schwierigkeiten, diese zu erfüllen. Wer diese Tiere halten möchte, muss sich genau informieren und, was nicht günstig ist, die richtige Umgebung für diese schaffen. Sie gab einen Überblick über schlechte Haltungsformen, die aus ihrer Erfahrung leider sehr häufig vorkommen, da jeder in der Lage ist, sich auf Tierbörsen ohne Beratung diese Tiere zu kaufen. Es fand im Anschluss an den Vortrag eine rege Diskussion statt, in der die jungen Tierschützerinnen und Tierschützer sich nochmals sehr intensiv mit dem vorgetragenen Thema befassten.
Den Rest des Abends gab es die Möglichkeit, sich gegenseitig kennen zu lernen, was ausgiebig genutzt wurde.
Am Samstag, dem 27.4.2014, hieß es dann nach einem ausgiebigen Frühstück für die Hälfte der Teilnehmer ab in die Natur, die andere Hälfte wurde über die Möglichkeiten, sich besser für unsere Mitgeschöpfe einzusetzen informiert.
Zuerst hieß es aber für alle, unter Anleitung der Erlebnispädagogen Frau Steinepreis und Herrn Pommer, spielerisch sich auf den Tag vorzubereiten und vor allem die Gruppen für die angebotenen Veranstaltungen zu bilden.
Eine Gruppe blieb in der Jugendherberge um zu erfahren, wie das Auftreten und die Argumentation im Tierschutz besser gestaltet werden kann. Hierzu war Viktor Gebhart von der Tierrechtsorgansiation „ANIMALS UNITED“ aus München angereist. Er stellte die Organsiation und ihre Aktionen vor und bereits hier konnten die Teilnehmer sehen, was alles möglich ist. „ANIMALS UNITED“ konzentriert sich bei der Tierrechtsarbeit auf 5 Bereiche: Bekleidung, Ernährung, Forschung, Unterhaltung und tierische Mitbewohner, dies bedeutet z. B.: Pelz, Massentierhaltung, Tierversuche, Zirkusse und Haustiere. Er stellte vor, wie man einen Infostand gestaltet oder spontane Aktionen plant wie z. B. Flash Mobs, wie alles aussehen und ablaufen sollte, um die größtmögliche Wirkung zu erzielen, um den Menschen unsere Anliegen näher zu bringen.
Es wurden auch zwei Gruppen gebildet, eine, die sich Fragen überlegte, die man an einem Infostand von Passanten gestellt bekommt, eine andere, die Antworten auf diese Fragen finden sollte. Nach anfänglichen Problemen, vor allem bei der Findung der Antworten, wurde es im Laufe der Diskussion unter Anleitung des Referenten immer besser und die Teilnehmer fanden sichtlich Gefallen an dem regen Austausch. Der Referent legte gemäß dem Motto des Wochenendes großen Wert auf gemeinsame Bemühungen, unsere Mitgeschöpfe besser zu vertreten.
Die zweite Gruppe hatte sich mittlerweile mit den Erlebnispädagogen auf den Weg gemacht, die umliegende Gegend zu erkunden. Hauptaugenmerk wurde hier auf das gemeinsame Erleben des Waldes gelegt und mittels GPS bestimmte Punkte zu erreichen. Die Teilnehmer mussten mittels eines Fragebogens die Koordinaten des Zielpunktes ermitteln und diesen über vorher festgelegte Zwischenstationen zu erreichen versuchen. Um die Natur und den Wald und seine Bestandteile kennen zu lernen mussten auch Aufgaben erfüllt werden. Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe bekam die Aufgabe, mit Gegenständen, die sie im Wald finden konnte,  ein Bild zu legen. Dieses wurde dann abgedeckt, die Gruppen wechselten die Plätze und erhielten dann eine Minute Zeit, sich das jeweilige Bild einer anderen Gruppe anzusehen. Aus dem Gedächtnis musste dieses Bild dann nachgebaut werden. Es war toll zusehen, wie intensiv sich die Teilnehmer damit befassten und die Ergebnisse waren verblüffend. Zum Schluss musste die Gruppe dann noch gemeinsam eine Aufgabe innerhalb eines vorgegebenen Zeitlimits lösen. In einem Kreis waren 30 Nummern ausgelegt, die Gruppe wählte einem aus ihrer Mitte aus, der auch durch Zurufe von außen, die Zahlen in der Reihenfolge 1 – 30 berühren musste. Nachdem beim ersten Versuch das Zeitlimit bei weitem überschritten wurde, sollte die Gruppe mit Hilfe der Erlebnispädagogen herausfinden, wie es möglich ist, diese Aufgabe effektiver und damit schneller zu lösen. Die Teilnehmer brachten ihre Ideen ein und von Versuch zu Versuch wurde es besser. Es war schön zu sehen, wie einfach es ist, wenn man gemeinsam eine Aufgabe angeht.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurden dann die Gruppen getauscht, der Abend stand dann nach diesem anstrengenden Tag zur freien Verfügung.
Am Sonntag, dem 27. September 2014, ging es nach dem Frühstück, ausgestattet mit einem Lunchpaket in das neue Tierheim des Tierschutzvereins Heilbronn. Aufgrund einer Bauverzögerung waren leider noch keine Tiere anzutreffen, aber alle nutzten die Möglichkeit, dieses große Tierheim ausgiebig kennen zu lernen.
Zwischenzeitlich hat die Jugendgruppe des Tierschutzvereins Heilbronn einen Tiergottesdienst vorbereitet. Pfarrer Hans-Jörg Eiding von der Evangelischen Kiliansgemeinde in Heilbronn führte den Gottesdienst durch. Die Veranstaltung war ohne anwesende Tiere geplant, es sollte von Menschen für Tiere sein. Pfarrer Eidling, der selbst einen Hund hat, verstand es sehr gut, das Thema Tier und den Schutz der Tiere in seine Predigt einzubauen. Er erzählte aus eigenen Erfahrungen lustige, aber auch nachdenklich machende Geschichten, die Kinder des Tierschutzvereins Heilbronn hatten ein kleines Rollenspiel vorbereitet und trugen ihre Wünsche für bessere Lebensbedingungen unserer Mitgeschöpfe vor. Die von Pfarrer Eidling sehr sorgfältig und dem Thema angepasst ausgesuchten Lieder rundeten den Gottesdienst an. Sicher waren einige Teilnehmer im Vorfeld sehr skeptisch, aber alle waren der Meinung, dass sie sich solch einen Tiergottesdienst auch in ihrem Tierheim vorstellen könnten.
Gegen Mittag machten sich alle wieder auf den Weg nach Hause. Das gemeinsam verbrachte Wochenende fanden alle toll und alle hatten verstanden, was das Motto des Landesjugendtreffens bedeuten sollte.
Nur gemeinsam sind wir stark!